Jahresbilanz: WFB-Werkstätten schaffen finanzielles Polster

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Rheinbahnbus mit WFB-Werbeaufdruck auf der Linie 743 im Zentrum von Mettmann. Foto: WFB-Werkstätten
Rheinbahnbus mit WFB-Werbeaufdruck auf der Linie 743 im Zentrum von Mettmann. Foto: WFB-Werkstätten

Kreis Mettmann. Der WFB-Aufsichtsrat hat den Jahresabschlussbericht 2019 abgesegnet. 

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“Nach sehr guten Ergebnissen in den Jahren zuvor sorgt auch das Jahresergebnis 2019 für zufriedene Gesichter”, stellen Aufsichtsratsvorsitzender Reinhard Ockel und Geschäftsführer Klaus Przybilla fest. “Die Umsatzerlöse aus der Produktion haben sich mit 4,14 Mio. Euro auf dem guten Vorjahresniveau gehalten. Der im Vergleich zu 2018 (689 TEUR) erhöhte Jahresüberschuss von 1,07 Mio. Euro befindet sich wieder fast auf einer Höhe mit dem von 2017 (1,14 Mio. EUR).”

Ockel wertet das Ergebnis als Gemeinschaftsleistung aller WFB-Tätigen, “Geschäftsleitung, angestellte Fachkräfte und die Mitarbeitenden haben einen prima Job gemacht.” Dafür gebühre allen Dank und Anerkennung. Da die Arbeitsentgeltrücklage gut gefüllt sei, ginge der Überschuss in die Gewinnrücklage und sorge für zufriedenstellende liquide Mittel.

Alle Arbeitsbereiche waren im Jahresdurchschnitt gleichmäßig gut ausgelastet. Trotz durchaus variierender Auftragsmengen sorgten besonders die Stammkunden für eine sichere und verlässliche Grundauslastung. Nach wie vor wird etwa zwei Drittel des Produktionsumsatzes in den Bereichen Montage (37,3 Prozent ) sowie Verpackung und Konfektionierung (28,8 Prozent) erwirtschaftet. “Sehr zufrieden sind wir auch mit den gezahlten Löhnen an die Mitarbeitenden. Statt der vorgeschriebenen 70 Prozent konnten wir 79 Prozent der erwirtschafteten Produktionsleistung ausschütten”, freut sich Klaus Przybilla.

Neben Investitionen in die jährlichen Sommer- und Herbstfeste und den Adventsbasar, mit denen sich alle acht Standorte an einem Tag der offenen Tür der Öffentlichkeit präsentieren, gab es auch 2019 zusammen mit den Partnerwerkstätten des Arbeitskreises Werkstätten am Niederrhein einen Messestand auf der Düsseldorfer “RehaCare” im September.

Um etwas gegen den anhaltenden Trend stetig sinkender Mitarbeitenden-Zahlen zu unternehmen, haben die WFB zusammen mit der Werbeagentur “Eigenmarke” in Langenfeld eine eigene Kampagne entwickelt. Mit bunten Grafiken auf den eigenen Standortfahrzeugen und auf einem Bus der Rheinbahn AG sowie wechselnden Plakat-Aktionen sollen Betroffenen, Angehörigen und Betreuern, die die WFB-Werkstätten noch nicht kennen, Beratung angeboten und Arbeitsmöglichkeiten aufgezeigt werden.

Ernüchternder Ausblick auf 2020

Die Corona-Pandemie und die damit verbundenen wirtschaftlichen Folgen machen auch den WFB Werkstätten ernste Probleme. Nachdem die Mitarbeitenden – im Vergleich zu Schülern und Kitakindern viel zu spät – am 18. März durch das Betretungsverbot des NRW-Ministeriums für Arbeit, Gesundheit und Soziales in ihren sichereren häuslichen Wohnumgebungen und Wohnheimen gehalten wurden, ist am 8. Juni das erste Viertel wieder an den Arbeitsplatz zurückgekehrt.

Doch fast drei Monate ohne 1.140 Mitarbeitende sorgen für einen gravierenden Einschnitt in den Produktionsumsätzen. “Zum Ende Mai stand noch eine schwarze Null, nun wird mit stark reduzierter Mannschaft in die roten Zahlen produziert und schon jetzt ist klar, dass die WFB zum Ende des Jahres wie so viele andere Unternehmen keinen Gewinn machen werden”, heißt es von den WFB-Werkstätten. Alle Hoffnungen lägen nun darauf, dass sich der Verlust in Grenzen halten wird. “Unter anderem durch die personelle Unterstützung der zahlreichen sozialen Wohneinrichtungen in denen die WFB-Mitarbeitenden leben, ist den angestellten Fachkräfte bislang die Kurzarbeit erspart geblieben. Wer nicht in Wohnheimen half, war in der Produktion aktiv, um möglichst viele Aufträge fertig zu stellen und Kunden zu unterstützen und zu halten.”

Wie in anderen Bereichen auch, fehlt es bei den WFB-Werkstätten an freiwilligem Zusatzpersonal – an Jugendlichen und jungen Erwachsenen im Freiwilligen Sozialen Jahr und im Bundesfreiwilligendienst. Informationen zu den Freiwilligendienste gibt es online unter www.wfbme.de.

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