Kita-Notversorgung in Ratingen wird ausgeweitet

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In Corona-Zeiten: Kinder werden in Kleingruppen betreut. Foto: pixabay
In Corona-Zeiten: Kinder werden in Kleingruppen betreut. Foto: pixabay

Ratingen. Ab Donnerstag, 23. April, haben mehr Eltern als bisher Anspruch auf eine Not-Betreuung in Kitas und im offenen Ganztag der Grundschulen.

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Mit ihrer neuen Coronabetreuungsverordnung hat die Landesregierung die Liste der systemrelevanten Berufe deutlich erweitert (eine Liste dieser Berufsgruppen findet sich im Corona-Infobereich auf der Homepage der Stadt Ratingen, www.ratingen.de).

Anspruch auf eine Notversorgung haben Familien dann, wenn mindestens ein Elternteil in einem solchen systemrelevanten Beruf tätig ist. Die Eltern benötigen eine Bescheinigung ihres Arbeitgebers. Wenn sie die Notversorgung in Anspruch nehmen wollen, sollten sie sich zunächst einfach in ihrer Kita melden. Analog wird im Offenen Ganztag verfahren.

Durch die neue Verordnung steht die Arbeitsorganisation im Jugendamt erneut vor einer großen Herausforderung. „Wir rechnen fest damit, dass wir nun deutlich mehr Kinder als bisher in der Notversorgung haben werden“, sagt Amtsleiterin Sabine Klocke. Sie erinnert aber auch an die eigentlichen Zielsetzungen des eingeschränkten Kita-Betriebs: die Verringerung der Kontakte und damit der Infektionsgefahren. „Ich bin davon überzeugt, dass die Eltern auch weiterhin verantwortungsbewusst mit der Notbetreuung umgehen werden.“

Kita-Betreuung in Kleingruppen

Gleichwohl wird eine Reihe von Erziehern und Erzieherinnen in die Kitas zurückkehren, denn nach wie vor werden die Kinder in Kleingruppen bis maximal fünf Kinder betreut. Den Kontakt zu den Kindern und deren Eltern, die bisher nicht in den Kindertageseinrichtungen betreut werden, haben die Erzieherinnen ohnehin gehalten. „Sie haben beispielsweise Ostergeschenke für die Kinder vorbeigebracht oder Ostergeschichten als Videobotschaft in Whatsapp-Gruppen gestellt“, sagt Sabine Klocke.

Diejenigen Erzieher, die nicht in der Notversorgung eingesetzt sind, sowie zahlreiche Mitarbeiter und Honorarkräfte der Jugendzentren haben im Corona-Ausnahmezustand gern andere Aufgaben übernommen. Sie sind präsent auf Spielplätzen und an anderen Hotspots, die viel von Jugendlichen besucht werden. Wenn sie dort Gruppen antreffen, suchen sie das Gespräch mit ihnen, um über Gefahren und Verbote aufzuklären. Oder sie stellen Ordnungsverfügungen und neuerdings auch Personalausweise bzw. Reisepässe zu.

In anderen Bereichen des Jugendamtes gibt es in der Corona-Zeit alle Hände voll zu tun. „Die soziale Arbeit läuft in Ratingen auf Hochtouren“, sagt Sabine Klocke. „Die Kolleginnen und Kollegen erarbeiten und etablieren in Windeseile neue Konzepte, um den Ratinger Bürgern weiterhin ihre Hilfe anbieten zu können.“

Telefonische Beratungen für Familien

So haben die Ratinger jetzt die Möglichkeit, auch kostenlose telefonische Beratungen bei Krisen in Familien in Anspruch zu nehmen (Tel.: 02102/550-5160, -5162 und – 5168). Die Schulsozialarbeiter, sonst mehrmals wöchentlich an den Schulen, sind im gesamten Stadtgebiet unterwegs und stellen zudem für ihre Schüler eine telefonische Erreichbarkeit sicher.

Mitarbeiter des Bezirkssozialdienstes, die ansonsten Familien besuchen und unterstützen, Hilfeanbieter beauftragen und den Kinderschutz sicherstellen, arbeiten nicht mehr nur aus den Räumen des Jugendamtes. Sie haben sich in drei örtlich getrennte Teams aufgeteilt, um auf jeden Fall zu verhindern, dass dieser enorm wichtige Dienst wegen einer etwaigen Quarantäne-Maßnahme lahmgelegt würde.

Sie halten telefonisch, aber auch persönlich Kontakt zu den betreuten Familien sowie den in manchen Familien eingesetzten Hilfeanbietern. Neue Kontaktwege werden entdeckt, beispielsweise Hilfeplangespräche über Telefon- und Videokonferenzen.

„In kritischen Punkten wie bei Hinweisen auf Kinderschutzverstößen wird wie gewohnt gearbeitet“, betont Sabine Klocke. „Auch in Corona-Zeiten werden Kinder durch das Jugendamt so gut wie möglich geschützt.“ Eine Zunahme von Unterstützungsbedarf sei aber bisher nicht zu beobachten. Die neu geschaffenen telefonischen Kontaktmöglichkeiten würden jedoch gerne genutzt.

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