Klimaschutz als “Chance für das eigene Leben”

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Zwei auf einer Stelle: Wülfraths Klimaschutzmanager Philipp Schaube und Ursula Linda Kurzbach. Foto: Hans-Joachim Kling

Wülfrath. Andere Städte haben einen Klimaschutzmanager, Wülfrath hat sogar zwei.

Seit den weltweiten Demonstrationen “Fridays for Future” hat der Klimaschutz in Medien und Diskussionen stark an Bedeutung gewonnen. Im Wülfrather Rathaus beschäftigen sich aber seit mindestens zehn Jahren Fachleute mit dem Thema. 2010 wurde mit der Aufstellung eines Klimaschutzkonzeptes begonnen. 2013 passierte das Konzept den Umweltausschuss.

Im Rahmen dieses Konzepts bekommt die Stadt Fördergeld (65 Prozent) zur Einstellung eines Klimaschutzmanagers, einer -managerin für drei Jahre. Wülfrath hat aktuell eine Managerin und einen Manager.

Vor einem Jahr hat Ursula Linda Kurzbach im Wülfrather Rathaus angefangen. Weil die 36-jährige Solingerin aber nur eine halbe Stelle innehat, konnte im Oktober Philipp Schaube (31) die andere Hälfte der Stelle übernehmen.

Heute hat Dezernent Martin Barnat den “Neuen” vorgestellt. Dabei hatte Schaube schon jüngst Gelegenheit, die Mitstreiter in Sachen Klimaschutz in der Stadt kennenzulernen: Bei der ersten Klimaschutz-Messe im Rathaus, an deren Vorbereitung und Umsetzung die Klimaschützer im Wülfrather Rathaus mit der Gleichstellungsstelle zusammengearbeitet haben.

Noch heute sind die Veranstalter “überwältigt von der Resonanz”.

Was machen Klimaschützer in einem Rathaus? Zum Beispiel sollen städtische Gebäude künftig weniger Strom für die Beleuchtung verbrauchen. Das muss auf den Weg gebracht werden, Förderanträge sind zu stellen.

Erste Ergebnisse: Die Grundschulen Ellenbeek und Parkstraße sollen energiesparende LED-Beleuchtungen erhalten. Die von den Klimaschützern erarbeiteten Förderanträge sind jetzt bewilligt worden.

Die Stadt erhält rund 40.000 Euro für die Schule Ellenbeek und 42.500 Euro für die Parkschule. Das sind aber nur die Zuschüsse, die 35 Prozent der Gesamtkosten ausmachen. Es müssen nämlich nicht nur die “Birnen” ausgetauscht werden, die Beleuchtung in den Schulen wird komplett erneuert.

Das kostetet die Stadt zwar einiges, schon allein nur bei diesen zwei Schulen, soll sich aber nicht nur in Sachen Klimaschutz, sondern auch finanziell durch den niedrigeren Verbrauch bezahlt machen.

Der neue Klimaschutzmanager Philipp Schaube beschäftigt sich aktuell mit der Frage, wie die Stadt bei ihren Fahrzeugen künftig verstärkt auf Elektromobilität setzen kann. Dabei geht es unter anderem darum, wer künftig ein Elektrofahrrad oder -auto dienstlich nutzen und wie die Infrastruktur geschaffen werden kann.

Philipp Schaube ist Wirtschaftsingenieur, hat in Berlin und Wuppertal studiert, wo er auch seinen Master abgelegt hat. Aktuell arbeitet er – neben seiner halben Stelle in Wülfrath – an seiner Promotion an der Bergischen Universität Wuppertal im Rahmen des Dissertationsprogrammes des Wuppertal Institutes.

Schaube möchte dazu beitragen, dass die Menschen Klimaschutz nicht als etwas ansehen, bei dem man Verzicht leisten muss, sondern als “Chance für das eigene Leben”. Die Kommunen hält der Wirtschaftsingenieur bei der Aufgabe, das Klima zu schützen, für einen “wahnsinnig wichtigen Akteur”.

Diese Klimaschutzmaßnahmen sind Ende 2016 zur Einsetzung des Klimaschutzmanagments in Wülfrath beschlossen worden:

1. Einführung und Betreuung eines Controllingsystems

2. Ausbau einer CO2 Bilanzierungssoftware für städtische Liegenschaften

3. Planung und Installation eines BHKW im städtischen Hallenbad

4. Planung und Installation einer Photovoltaikanlage auf dem Dach des Dienstleistungszentrums

5. Einführung einer LED Beleuchtung in städtischen Gebäuden

6. Umrüstung auf energiesparende Straßenbeleuchtung

7. Förderung der Elektromobilität durch Ausbau der Infrastruktur

8. Förderung von besseren Busanbindungen zwischen S-Bahnen und Innenstadt

9. Informationskampagne Wülfrath Solar

10. Kampagne Stromsparen

11. Kampagne baulicher Wärmeschutz und Energieeinspartechniken

12. Erarbeitung eines Konzeptes zur Öffentlichkeitsbeteiligung insbesondere zu 9.-11.

13. Entwicklung förderfähiger Maßnahmen aus dem Klimaschutzkonzept

14. Fördermittelakquise

 

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