Programm zur Gewaltprävention: Wilde Wortgefechte am Gymnasium

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160 Schülerinnen und Schüler als Zuschauer mitten im Konflikt - über ihre Köpfe hinweg liefern sich sechs Schauspieler wilde Wortgefechte, da wird geschrien, getobt und verletzt. Foto: Gymnasium
160 Schülerinnen und Schüler als Zuschauer mitten im Konflikt - über ihre Köpfe hinweg liefern sich sechs Schauspieler wilde Wortgefechte, da wird geschrien, getobt und verletzt. Foto: Gymnasium

Wülfrath. Das städtische Gymnasium Wülfrath setzt ein Programm zur Gewaltprävention ein, um Schülerinnen und Schülern Verhaltensalternativen in Konfliktsituationen aufzuzeigen.

160 Schülerinnen und Schüler der sechsten und siebten Jahrgangsstufen haben an dem ersten Projekttermin teilgenommen. Sie wurden mitten hineinversetzt in einen inszenierten Konflikt: Lautstark zeigen die Darsteller die Ursachen und Auswirkungen von Gewalt. Mehrere Tische dienen als Bühne, der Turnhallenboden des Gymnasiums als Zuschauerraum.

Das Theaterstück “Tatverdächtige“ wird zum motivierenden Auftakt für die anschließenden Trainingsprogramme im Klassenraum. Dort ging es um praxisnahe Verhaltensalternativen in Konfliktsituationen: Wie gehe ich mit verbalen und körperlichen Angriffen um? Wie entziehe ich mich einer bedrohlichen Situation? Was signalisieren meine Körperhaltung, Mimik und Stimme? Im Klassenverband spielen die Schülerinnen und Schüler unter Anleitung der Theaterpädagogen einzelne Szenen, beschreiben und reflektieren sie.

Beim Training, das am 26. November fortgesetzt wird, geht es dann um Konflikte im öffentlichen Raum und um die Stärkung der Klassengemeinschaft mit vielen Übungen zum Aufbau bzw. Verstärkung von positiver Körpersprache, Einfühlungsvermögen, Selbstbewusstsein und Zivilcourage.

Seit Anfang des Jahres 2000 setzen sich die Theaterregisseure Simon Steimel und Tina Menschner mit dem Thema Gewalt im Jugendbereich auseinander. Mit Theaterstücken sowie Trainings für Schüler, Lehrer und Eltern sensibilisieren sie für das Thema und bieten alltagstaugliche Verhaltensalternativen in Konfliktsituationen an. An diesem Projekt haben bisher über 300.000 Personen teilgenommen. Zum wiederholten Male wird es am Städtischen Gymnasium Wülfrath auch in diesem Jahr an zwei Tagen erfolgreich durchgeführt.