Interview mit SSVg-Trainer Alexander Voigt

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SSVg-Trainer Alexander Voigt Foto: Mathias Kehren

Velbert. Für SSVg-Trainer Alexander Voigt endete jetzt eine durchaus wechselhafte Saison. Zudem war es für den Übungsleiter auch die erste Spielzeit bei der SSVg Velbert. Im exklusiven Interview zieht Alex Voigt ein ausführliches Saisonfazit und wagt einen ersten Ausblick auf die kommende Saison.

Coach, deine erste Saison als Trainer der SSVg Velbert liegt hinter dir. Wie fällt dein Fazit aus?
Ich glaub wir können die Saison mit einem Satz ganz gut zusammenfassen: „Unsere Spielzeit war nicht konstant genug“. Wir haben auf enttäuschende Leistungen oftmals gute folgen lassen. Durch diese Schwankungen sind uns viele Punkte verloren gegangen, die am Ende eine bessere Platzierung gekostet haben. Gerade auch der Unterschied zwischen Heim- und Auswärtsspielen ist zu groß gewesen. Das ist dann auch direkt der Punkt, den es zu verbessern gilt.

In einer durchaus wechselhaften Saison warst du aus verschiedenen Gründen auch oft zum Improvisieren gezwungen. Haben diese Umstände eine bessere Platzierung verhindert?
Natürlich ist es so, dass man als Trainer am liebsten immer den kompletten Kader zur Verfügung hat. Das würde auch den Konkurrenzkampf innerhalb einer Mannschaft fördern. Leider war das viel zu selten der Fall. Extrem viele und lange Sperren, Verletzungen von Stammspielern und Abstellungen für die zweite Mannschaft kamen oft auf einmal zusammen, sodass sich die Mannschaft quasi „von alleine“ aufstellte. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass interner Konkurrenzkampf immer noch ein paar Prozent mehr aus dem Team heraus kitzelt. Diese Prozente hätten uns im Laufe der Saison durchaus gutgetan. Ob das allerdings am Ende zu einer besseren Platzierung geführt hätte, kann man schlecht sagen.

Neben den beiden Stadtderbys gegen den SC Velbert, gab es auch besondere Momente im Pokal. Nach dem überraschenden Sieg gegen den Regionalligisten Oberhausen, folgte in einer vollen Christopeit Sport Arena eine denkbar knappe Niederlage gegen Rot-Weiß Essen. Was waren aus deiner Sicht die positiven Highlights in dieser Spielzeit?
Die Derbys waren für alle, die mit der Mannschaft zu tun hatten, enttäuschend und haben weh getan. Wenn man sich allerdings auch ein wenig mehr als mit dem nackten Ergebnis beschäftigt, ist es so, dass der Underdog in diesen Spielen viel befreiter aufspielen kann. Gerade auch im zweiten Spiel, wenn man das erste Derby auch schon gewonnen hat. Das hat man andersrum ja in den Spielen gegen RWO und RWE gesehen, in denen wir der Underdog waren. Ich glaube wir sind uns einig, dass man mit den Leistungen im Pokal, in den Derbys positiver abgeschnitten hätte. Das meinte ich eingangs auch mit der Konstanz.

Welche Dinge müssen in der kommenden Spielzeit verbessert werden, damit eventuell eine bessere Endplatzierung möglich ist?
Ein positiver Punkt ist unserer Auswärtsbilanz, die müssen wir versuchen so zu halten. Allerdings müssen wir uns gerade im eigenen Stadion deutlich verbessern. Die Mannschaft ist in der nächsten Saison eingespielter und kann auf ein gemeinsames Jahr zurückschauen, das wird uns sicherlich auch helfen.

Bisher wurden mit Robin Hilger, Shunja Hashimoto und Peter Schmetz drei externe Neuzugänge vorgestellt. Zudem werden einige Jugendspieler in den Oberligakader aufrücken. Bist du mit der bisherigen Kaderplanung zufrieden und welche Baustellen müssen aus deiner Sicht noch geschlossen werden?
Mit den Spielern die wir von außerhalb dazu bekommen sind wir sehr zufrieden. Peter Schmetz hat schon beim WSV gezeigt, dass er Führungsaufgaben übernehmen kann. Nach unseren Abgängen in der Offensive mussten wir da logischerweise handeln. Leider, ich hoffe es setzt sich das Pech mit Verletzungen nicht fort, hat sich Robin Hilger schwerer verletzt und steht uns erstmal nicht zur Verfügung. Auch die Jungs aus der U19 haben schon in ihren Einsätzen bei uns gezeigt, dass sie es sich verdient haben hoch zu rücken. Personell werden wir auf der Torhüter-Position noch was machen müssen und eventuell in der Offensive. Ansonsten vertrauen wir den Jungs aus der letzten Saison.

In der kommenden Spielzeit werden auch wieder einige neue Mannschaften in der Oberliga Niederrhein an den Start gehen. Gerade der ambitionierte Landesligaaufsteiger und Stadtnachbar TVD Velbert dürfte sich nicht nur mit dem Klassenerhalt zufriedengeben. Wie schätzt du die Qualität der gesamten Liga in der nächsten Saison ein?
Es kommen interessante Mannschaften dazu. Gerade der TVD, der mit seinen Verpflichtungen schon gezeigt hat, dass er kein normaler Aufsteiger ist, ist stark einzuschätzen. Auch da können wir uns auf zwei Spiele mit starker Zuschauerresonanz freuen.

Abschließend noch eine persönliche Frage. Die Sommerpause ist in diesem Jahr relativ kurz, wie genießt du die fußballfreie Zeit und wie bereitet sich ein Cheftrainer auf die anstehende Saisonvorbereitung vor?
Ich werde ein paar Tage wegfahren. Aber ganz bekommt man die Planungen nicht aus dem Kopf. Vier Wochen Fußball-Frei reichen dann auch. Ich freue mich auf den Trainingsstart am 01. Juni.

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