IG Metall: “Betriebe in der Region Niederberg müssen mehr qualifizieren”

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Logo: IG Metall Velbert
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Velbert. Die Velberter IG Metall hat eine Umfrage unter Betriebsräten aus der Metall- und Elektroindustrie, dem Stahl sowie der Textil- und Holzwirtschaft durchgeführt. Aus der Region Niederberg teilgenommen haben zehn Betriebe. Nun hat die Industriegewerkschaft die Ergebnisse präsentiert.

Die Umfrage zur Transformation der Industrie unter Betriebsräten und Vertrauensleuten habe, nach Auskunft der IG Metall in Velbert, zu den folgenden Ergebnissen geführt: Nur zehn Prozent der Betriebe hätten eine umfassende Strategie für die Bewältigung der Transformation, in 95 Prozent der Betriebe steige der Qualifizierungsbedarf und knapp 50 Prozent befürchteten Beschäftigungsabbau.

Die Industriebetriebe Niederberg bereiten sich und ihre Beschäftigten nur unzureichend auf die Herausforderungen von Digitalisierung, Energie- und Mobilitätswende vor. Das ergab eine Umfrage der IG Metall unter Betriebsräten aus der Metall- und Elektroindustrie, dem Stahl sowie der Textil- und Holzwirtschaft. „Die Unternehmen müssen hier dringend handeln, um den Anschluss an die technologische Entwicklung nicht zu verlieren“, sagt der Geschäftsführer der IG Metall Velbert Hakan Civelek.

Hakan Civelek, Geschäftsführer der IG Metall Velbert. Foto: IGM
Hakan Civelek, Geschäftsführer der IG Metall Velbert. Foto: IGM

Der Umfrage zufolge steigen in 95 Prozent der abgefragten Betriebe die Anforderungen an die Qualifizierung der Beschäftigten deutlich. Aber nur in 15 Prozent wird der Qualifizierungsbedarf systematisch ermittelt, in weiteren 30 Prozent teilweise. „Das ist eine große Lücke, die dringend geschlossen werden muss“, sagt Hakan Civelek. Er bemängelt, dass die Unternehmen nicht genügend in die Weiterbildung und auch nicht genügend in die Personalplanung investieren. „Das wird angesichts der Wucht der Veränderungen in der Arbeitswelt dringend erforderlich.“
Die Umfrage unter Betriebsräten in Niederberg ist Teil einer bundesweiten Umfrage der IG Metall. Die Gewerkschaft fragte in der gesamten Republik ab, wie Betriebsräte die derzeitigen Veränderungen der Arbeitswelt einschätzen. In Region Niederberg nahmen zehn Betriebe an der Umfrageteil. In diesen Betrieben arbeiten insgesamt 4440 Beschäftigte.

„Das Ergebnis gibt Hinweise, wie groß die anstehenden Veränderungen sein werden“, sagt Civelek. So rechnen 50 Prozent der Betriebsräte mit einem Beschäftigungsabbau im Rahmen der Transformation. In 20 Prozent der Betriebe wird ein Beschäftigungsaufbau erwartet. Dabei finden sich die wachsenden Beschäftigungsgruppen im Bereich Forschung und Entwicklung, IT und Softwareentwicklung. In der Fertigung und Montage, der Administration, Logistik und Kundenbetreuung wird eher mit wegfallenden Arbeitsplätzen gerechnet.

Angesichts dieser Herausforderungen, die vergleichbar mit denen der Finanzmarkt- und
Wirtschaftskrise von 2008/2009 seien, fordert Civelek eine „Offensive für den Erhalt der
Arbeitsplätze, für gesteigerte Wirtschaftskraft und Lebensqualität in der Region“ durch
Unternehmen und Politik. Die Unternehmen müssen die Veränderungen offensiv angehen. Neben Qualifizierung und Personalplanung gehören Investitionen in Forschung und Entwicklung, in Produkt- und Prozessinnovationen zu den Dingen, die dringend erforderlich sind.

Auch die Politik und die Agentur für Arbeit ist gefordert. Die Beschäftigten brauchen verbesserte Chancen auf beruflich ausfüllende Tätigkeiten und offene Zugänge zu Weiterbildung und beruflicher Entwicklung. NRW braucht eine Industrie- und Arbeitspolitik, die Betriebe und Menschen darin stützt, ihren Anschluss an die Zukunft zu sichern. Dass sich die Transformation gestalten lässt, habe die IG Metall in den letzten Jahren mit ihren Projekten „Arbeit 2020 in NRW“ und „it’s OWL-Arbeit 4.0“gezeigt. Civelek: „Unsere Erfahrung aus den Projekten zeigt: Innovative Lösungen in den Betrieben entstehen vor allem gemeinsam mit den Betriebsräten und Beschäftigten. Beteiligung und Mitbestimmung werden damit zum Schlüssel für die erfolgreiche Gestaltung der Arbeitswelt von morgen.“

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