Lhoist: Nachfrage nach Kalk wächst weiter

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Sprengung im Kalksteinbruch Rohdenhaus-Nord:
Sprengung im Kalksteinbruch Rohdenhaus-Nord: Mit 4.000 Kilogramm Sprengstoff wurden 29.000 Tonnen Kalkstein gelöst. In den nächsten 18 Jahren will Lhoist rund 170 Millionen Tonnen Kalkstein abbauen. Der Steinbruch Rohdenhaus wird noch 120 Meter weiter in die Tiefe reichen. Fotos: Hans-Joachim Kling

Wülfrath. “Klares Bekenntnis zum Standort: Lhoist inverstiert 2018 in Flandersbach rund 54 Millionen Euro”, meldet Lhoist Germany. In der Mitteilung des Unternehmens heißt es:

Die Lhoist Germany – Rheinkalk GmbH blickt in Wülfrath auf ein erfolgreiches Jahr 2018 zurück. In das Werk Flandersbach wurden rund 54 Millionen Euro investiert. „Diese Investitionen stehen für ein klares Bekenntnis zum Standort, zu unseren Mitarbeitern, zur Stadt Wülfrath und zur heimischen Industrie“, so Werksleiter Thomas Perterer.

Thomas Perterer, Werksleiter in Flandersbach
Thomas Perterer, Werksleiter in Flandersbach

Lhoist habe sich vorgenommen, die positive Entwicklung der Region weiter zu fördern und mitzugestalten. Voraussetzungen hierfür seien eine belastbare Planungssicherheit, eine nachhaltige Rohstoffsicherung und die weitere Festigung als zuverlässiger Partner der lokalen und regionalen Wirtschaft. Ein zentraler Baustein für den Betrieb des Werkes ist eine gesicherte Versorgung mit Kalkstein; diese wird mittelfristig durch das aktuelle Erweiterungsvorhaben am Steinbruch Silberberg gewährleistet.

30 Millionen Euro Nettolohnsumme erwirtschaftet

Die Investitionen in Höhe von rund 54 Millionen Euro flossen zu einem Großteil in die Instandhaltung der Werksanlagen, aber in gesteigertem Umfang auch in Projekte der Lagerstättenentwicklung und des Umweltschutzes. Darüber hinaus stieg auch die Zahl der Mitarbeiter im größten Kalkwerk Europas auf aktuell 428, rund 180 weitere Menschen arbeiten in der anliegenden Hauptverwaltung. Die insgesamt rund 600 Mitarbeiter erwirtschafteten im vergangenen Jahr eine Nettolohnsumme von rund 30 Millionen Euro. Perterer: „Von dieser Kaufkraft profitiert die gesamte Region, sie unterstreicht auch die volkswirtschaftliche Bedeutung unseres Standortes. Dieses Beispiel macht deutlich, dass die Industrie nach wie vor der Motor unseres Wohlstandes in NRW ist.“ Ebenso positiv entwickelte sich die Zahl der Auszubildenden des Traditionsunternehmens: 2018 waren es insgesamt 61 junge Nachwuchskräfte, denen Lhoist den Weg ins Berufsleben ermöglichte. Damit zählt das Unternehmen zu den größten Ausbildungsbetrieben in der Region.

„Soziales Engagement ist Teil unserer Verantwortung“

Für Lhoist sei nicht nur die Förderung der eigenen Mitarbeiter wichtig. Auch im sozialen Engagement spiegelten sich die positiven Entwicklungen des vergangenen Jahres wider: Das Unternehmen habe sich erfolgreich ins gesellschaftliche Leben am Standort eingebracht. So unterstützte Lhoist über 30 verschiedene Institutionen und Initiativen, gemeinnützige Vereine oder Projekte im nachbarschaftlichen Umfeld des Werkes. Neben sozialen Projekten für Hilfsbedürftige oder Zuwendungen zur Pflege von Tradition und Brauchtum, lag ein weiterer Schwerpunkt auf dem Bereich Gesundheit, Sport und Sicherheit. Als Beispiel sei hier die Kampagne „Sicher zur Schule“ erwähnt, die initiiert von der Kreisverkehrswacht Mettmann und der Unfallversicherung mit Landrat Thomas Hendele und der Lhoist Germany potente Unterstützung fand. „Wir verstehen uns als Teil der Gesellschaft, in der wir uns aus Überzeugung engagieren. Das Engagement im Werksumfeld ist Teil unserer Verantwortung, die wir gerne übernehmen“, so Thomas Perterer.“

„Standortsicherung ist kein Selbstläufer“

Werksleiter Perterer stellt klar: „Diese positive Entwicklung ist kein Selbstläufer. Damit es für das Werk und die Nachbarschaft erfolgreich weitergeht, entwickeln wir heute schon Konzepte, mit denen der Standort auch für die Zukunft gesichert werden kann. Dazu brauchen wir Planungssicherheit.“ Denn Kalk sei ein wichtiger Rohstoff für die heimische Industrie, nach dem die Nachfrage weiterhin wachse.

„Diese Chance wollen wir wahrnehmen und dafür auch neue Wege gehen“, so Perterer. Die Erschließung der örtlichen Lagerstätten gewinne damit zusätzliche Bedeutung, denn in Flandersbach liegen die nötigen Rohstoffvorkommen in hervorragender Qualität und hier gibt es die nötige Infrastruktur. Beispiele für den Einsatz von Kalkprodukten sind neben der traditionellen Stahlindustrie etwa Bereiche wie Umweltschutz, Landwirtschaft oder Chemie.

Aktuelles Projekt: Erweiterung des Steinbruchs Silberberg

Ein Grundpfeiler der Rohstoffsicherung in Wülfrath ist der Steinbruch Silberberg. Seine Erweiterung ist der nächste Schritt zur Zukunftssicherung des Werkes. Die Erschließung des Steinbruchs ist bereits genehmigt, die Lagerstätte wird derzeit freigelegt.

Im Zuge dieser Erweiterung sind infrastrukturelle Maßnahmen notwendig: die Verlegung des Silberberger Wegs, die Errichtung einer neuen internen Fahrstraße sowie der Bau einer Brücke, die über den neuen Weg führen soll. Zudem muss das Bett des Eignerbachs weiter verlegt werden. Um für die beim Aufschluss des Steinbruches anfallenden Mengen an nicht verwertbarem Gestein Platz zu schaffen, wird die Halde Dachskuhle erweitert. Hierfür läuft aktuell das Genehmigungsverfahren. Die Halde wird im Anschluss wieder bepflanzt und öffentlich zugängig gemacht. „Alle Maßnahmen gestalten wir im Sinne eines ganzheitlichen Konzeptes“, erklärt Thomas Perterer. „Für uns haben nicht nur die effiziente Verwertung aller Rohstoffe einen hohen Stellenwert, sondern auch durch aufwendige Rekultivierung und Renaturierung geschaffene und aufgewertete Biotope und Freizeitflächen, die der Natur und den Anwohnern Zug um Zug wieder ‘zurückgegeben‘ werden.“ Die Vorbereitungen für das aktuelle Projekt sollen in den kommenden Wochen starten.

Test für Untertage-Abbau startet im kommenden Jahr

Im Steinbruch Rohdenhaus wird Kalkstein bislang nur oberflächennah im Tagebau gewonnen und schichtweise abgebaut. Als Ergänzung zu diesem herkömmlichen Verfahren plant Lhoist im Steinbruch Rohdenhaus-Nord einen Untertage-Versuchsbetrieb. Zusätzliche Flächen werden dazu nicht benötigt: Lhoist wird sich auf eigenen Grundstücken bewegen, die für den Kalksteinabbau bereits genehmigt sind. Der Untertage-Abbau ersetzt nicht die Förderung aus dem Steinbruch, sondern soll zusätzliche Ressourcen erschließen. Der Start des Testbetriebs ist für das Jahr 2020 geplant.

Im Jahr 2020 will Lhoist den Untertage-Abbau erproben.
Im Jahr 2020 will Lhoist den Untertage-Abbau erproben. Links und rechts die Markierungen auf dem Gestein für die geplanten Stollen.

Neue Elektrofahrzeuge im Werk

Der Abteilungsname ist Programm: Aktuell wurden für die Elektrowerkstatt im Werk Flandersbach zwei E-Fahrzeuge angeschafft, die ab sofort für innerbetriebliche Fahrten im Rahmen von Instandhaltungstätigkeiten am Standort eingesetzt werden.
„Der schrittweise Übergang zur Elektromobilität ist nur einer von vielen kleinen Bausteinen, um den ökologischen Fußabdruck des Werkes zu verkleinern. Das Thema Nachhaltigkeit steht neben der Arbeitssicherheit jedenfalls ganz weit oben auf unserer Agenda,“ so Thomas Perterer.

Lhoist stärkt Dialog mit Nachbarn

Mit dem Format „Dialog vor Ort“ wird Lhoist auch weiterhin mit der Nachbarschaft im Gespräch bleiben und diese frühzeitig in Projekte einbinden. Den Wülfrather Schweinelauf am 30. Mai nimmt das Unternehmen zum Anlass, bei dieser beliebten Veranstaltung für die Bürgerinnen und Bürger einen Info-Stand anzubieten, an dem unkompliziert und informell Fragen zu aktuellen Projekten wie zum Beispiel rund um die Erweiterung des Steinbruchs Silberberg beantwortet werden.

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