Kunststudenten und Absolventen präsentieren künstlerische “Wunderwelt”

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Die Künstlerinnen und Künstler waren im Rahmen der Vernissage am 10. Mai zu Gast im Mettmanner Kunsthaus. Foto: Henrik Wischnewski
Die Künstlerinnen und Künstler waren im Rahmen der Vernissage am 10. Mai zu Gast im Mettmanner Kunsthaus. Foto: Henrik Wischnewski

Mettmann. Im Mettmanner Kunsthaus, Mühlenstraße 27-29, läuft noch bis zu Sonntag, 26. Mai, eine Ausstellung junger Kunst unter dem Motto “Vielfalt und Mehrdeutigkeiten”. Kunststudenten und Absolventen präsentieren Werke aus den Bereichen Malerei, Bildhauerei und Fotografie. 

Die sieben Studierenden und Absolventen aus den Bereichen Malerei, Bildhauerei und Fotografie der Hochschule der bildenden Künste (HBK) und der freien Akademie der bilden Künste (fadbk) in Essen waren am Samstag im Mettmanner Kunsthaus zu Gast. Dort fand die Vernissage der neuen Ausstellung “Vielfalt und Mehrdeutigkeiten” statt.

Zum zweiten Mal bietet das Kunsthaus Mettmann Essener Künstlerinnen und Künstlern die Möglichkeit, ihre Werke einem kunstinteressierten Publikum zu präsentieren. Zu sehen sind Werke aus den Bereichen Malerei, Plastik, Objektkunst und Fotografie. “Für mich könnte diese Ausstellung auch den Titel ‘Wunderwelt’ tragen”, sagt Henrik Wischnewski vom Mettmanner Kunsthaus zunächst. Und dann weiter:” Wir tauchen ein in eine Wunderwelt verwunschener Bilder und Objekte, die uns scheinbar Vertrautes infrage stellen und uns mit rätselhaft Ungewohntem verunsichern und unsere Fantasie anregen. Alles mit den Exponaten Dargestellte bewegt sich am Rande der Wirklichkeit, nichts entspricht ihrer realen Abbildung.”

Die Malerin Tanja Bremer von der Hochschule der bildenden Künste legt ihren Fokus auf Naturumgebungen. Sie ist “fasziniert von den Naturgewalten und der Ambivalenz von Naturkatastrophen”, die für sie Schönheit und Schrecken vereinen. Sie malt mehrschichtig mit Ölfarben, meist auf großer Leinwand.

Maren Hering von der freien Akademie der bilden Künste (fadbk) in Essen beschäftigt sich dagegen mit Objektkunst. Die studierte Biologin interessiert sich vor allem für Spuren von
Vergänglichkeit oder Entwicklung und Neuanfang. “Die Materialien, die ihre ursprüngliche Funktion aufgegeben zu haben scheinen, verdichtet Maren zu neuen, ästhetisch spannenden und rätselhaften Objekten”, erklärt Henrik Wischnewski den künstlerischen Schaffensprozess von Maren Hering.  

Loïc Hommel trägt Fotokunstwerke zu der Ausstellung bei. Eine Fotoserie aus sechs Bildern erzeugt den Eindruck einer bizarren Landschaft in einer unwirtlichen Welt. Tatsächlich wird der Betrachter durch die Technik der extremen Nahaufnahme mit einem nur 4 x 4 cm großen Kühlplättchen konfrontiert, das zyklisch auf -45° C abgekühlt wird und so Kondenswasser und den Wasserdampf in der Luft zu Eiskristallen gefrieren lässt, die nach kurzer Zeit wieder zu Kondenswasser schmelzen und in einem sich wiederholenden Zyklus
wieder in einen festen Aggregatzustand gebracht werden. Ebenfalls Fotos, allerdings aus dem Bereich der Architekturfotografie, stellt Annette Hiller aus. Im Gegensatz zu klassischen Architekturfotos, setzt Hiller auf einen künstlerischen Verfremdungsprozess.

Um Malerei dreht sich alles bei den Werken von Arno Kindermann und Xiaoye Xu. “Arnos in ihrer Kombinatorik fantasievolle Malerei lebt von den Kontrasten ihrer Elemente, die die Hochkultur, das Filigrane, das Artifizielle, das Anmutige und Gestylte einer Balletteuse mit kosmischen Prozessen und Zuständen konfrontiert”, so Henrik Wischnewski. Zu den Werken von Xu erklärt er dagegen: “In Xiaoyes wunderbar gelungenen Malerei begegnen wir einer Reihe von Tieren und Puppen, einem Gorilla, einem wilden Bären, die kleine Menschenpuppen in ihren mächtigen Händen oder Pranken halten. In einem
weiteren Bild ist es umgekehrt: Hier spielt eine nur mit ihren gespreizten Beinen sichtbare liegende menschliche Figur mit ihrem Teddy, den sie wie in einem Liebesakt zu umarmen versucht”.

Unter dem Motto “Mehrdeutigkeit und Vielfalt” werden Werke mit ebensolchen Attributen präsentiert. Kunst solle zum Nachdenken anregen, dürfe mitunter zunächst befremdlich wirken, so Wischnewski.

Die Ausstellung schließt mit der Finissage von 11 bis 16 Uhr am Sonntag, 26. Mai. Bis dahin können Kunstinteressierte sich die Werke samstags und sonntags von 11 bis 16 Uhr ansehen. Weitere Informationen auch unter www.kunsthaus-me.de.

 

 

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