“Wir werden dich als Baas und als Mensch nicht vergessen“: Stabwechsel bei den Jonges

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Vizebaas Edgar Dullni und Ehrenbaas Georg Hoberg. Foto: Ratinger Jonges
Vizebaas Edgar Dullni und Ehrenbaas Georg Hoberg. Foto: Ratinger Jonges

Ratingen. Der Heimatverein “Ratinger Jonges” hat seine Jahreshauptversammlung abgehalten und unter anderem Veränderungen im Vorstand beschlossen. Der nun ehemalige Baas Georg Hoberg ist ab sofort Ehrenvorsitzender.

Nichts ist beständiger als der Wandel. Das gilt auch für einen Traditionsverein wie die Ratinger Jonges. Für viele sind die Begriffe „Ratinger Jonges“, „Baas“ und „Georg Hoberg“ untrennbar miteinander verbunden. Jetzt muss aber umgedacht werden: Neuer Baas ist Edgar Dullni, der bisherige Vize. Zum Stellvertreter und damit neuem Vizebaas wurde auf der Jahreshauptversammlung Guido Multhaupt gewählt, bislang Beisitzer Stadtbildpflege. Georg Hoberg, der 14 Jahre lang als Baas die Geschicke der Ratinger Jonges geleitet hatte, wurde für seinen unermüdlichen Einsatz mit Bravo-Rufen und Ovationen verabschiedet. Einstimmig wählten ihn die 211 anwesenden Jonges zum Ehrenvorsitzenden.

Es gab noch weitere Veränderungen im Vorstand: 1. Schriftführer wurde Friedhelm Holzhauer (bisher 2. Schriftführer) gewählt. Er übernimmt den Posten von Christian Schneider, der sich aus beruflichen Gründen aus dem Vorstand zurückzieht. Mit Andreas Clausen als Schatzmeister verabschiedete sich ein weiteres Urgestein aus dem Vorstand: 28 Jahre lang hatte er dafür gesorgt, dass die Kasse der Jonges stimmt. Sein Nachfolger wurde Andreas Vössing (bisher 2. Schatzmeister). Wiedergewählt wurde Beisitzer Klaus Hamacher (Baumaßnahmen), neu im Vorstand ist Norbert Halverkamps, der sich vor allem um das Veranstaltungsprogramm (Ausflüge, Fahrten) kümmert. In Ergänzungswahlen wurden schließlich Gunter Müller zum 2. Schriftführer und Holger Tappert zum 2. Schatzmeister gewählt.

Emotionaler Höhepunkt war die Verabschiedung von Baas Georg Hoberg, der die Versammlung bis zu den Wahlen geleitet und dabei noch zahlreiche Jonges für ihre 25- beziehungsweise 40-jährige Mitgliedschaft geehrt hatte. Der Wunsch, den Vorsitz des Vereins abzugeben, hatte den Baas schon länger umgetrieben: Er wollte Platz machen für neue und jüngere Köpfe und mehr Zeit für die Familie haben, die oft zugunsten des Vereins hatte zurückstehen müssen. 1974 ist Georg Hoberg in den Verein eingetreten – mit der Mitgliedsnummer 13. In seiner Zeit als Baas kletterte die Mitgliederzahl des Vereins von 700 auf aktuell 1010. „Du hast den Ratinger Jonges ein Gesicht gegeben“, würdigte Dullni seinen Vorgänger.

In einer mit persönlichen Anekdötchen gespickten Laudatio lobte Alt-Bürgermeister Wolfgang Diedrich „den mit Herz und Verstand zugunsten von Verein und Stadt wirkenden Menschen Georg Hoberg“. Seit 45 Jahren halte er dem Verein die Treue. Während dieser ganzen Zeit sei er aber nicht nur Mitglied gewesen, er wollte auch gestalten und mitarbeiten: Nach Beiratsmitglied, Schriftführer und Vizebaas sei er vor 14 Jahren zum Baas gewählt worden – der fünfte seit der Gründung der Jonges vor 60 Jahren. „Die Stadt und die Bürger – die waren deine Motivation für dieses Ehrenamt.“

In Hobergs Zeit als Baas hat der Verein viel bewegt: Die Restaurierung des Dicken Turms hatte ihn und den gesamten Vorstand sechs Jahre auf Trab gehalten, danach folgte die Sanierung der Barbara-Kapelle am Hauser Ring und des Porticus auf dem Ehrenfriedhof. Der historische Stadtrundgang wurde erweitert und der Verein hat eine neue Satzung bekommen.

In seine Amtszeit fielen auch die Jubiläen zum 50. und 60. Geburtstag der Jonges. Nicht zu vergessen die Brauchtumsglocke, deren Schwengel jüngst die Jonges gestiftet haben, sowie die grundlegende Restaurierung des Ehrenfriedhofes, die vor wenigen Tagen der Öffentlichkeit präsentiert wurde. Die nächsten Projekte sind auf den Weg gebracht, darunter die Wiederherstellung des ehemaligen Hausgartens im Poensgenpark. – eine Aufgabe für Jahre.

Sich so lange einer Sache zur Verfügung zu stellen, sei aller Ehren wert, betonte Diedrich. „Ich hoffe, dass du mit deinem Handeln viele Menschen motivierst, sich einer ehrenamtlichen Aufgabe zu widmen. Wir hier im Saal und alle Mitglieder werden dich als Baas und als Mensch nicht vergessen.“

Jubilare:

25 Jahre bei den Jonges
Alfred Hummler, Kari-Heinz Jörgens, Wilfried Topp, Wilhelm Vogt, Volker Berg, Heinz-Günter Neumann

40 Jahre bei den Jonges
Hans Dieter Windeck, Hans-Willi Poensgen, Herbert Riemer, Norbert Wirtz, Hans Adolf Esser, Paul Dries, Klaus Dries, Klaus Brinkmann, Heinz Lingemann, Helmut Pfeiffer, Klaus Stenmanns, Bernd Schäper, Hubert von Ameln, Bruno Adler, Hans-Georg Ketzer, Gerhard Gerber, Hans-Willi Schmitt, Dieter Boemelburg, Horst Lamprecht