Ich glaube, mich trifft der Schlag – Durchblutungsstörungen des Gehirns

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Dr. med. Gabriele Kischel-Augart Foto: Helios
Dr. med. Gabriele Kischel-Augart Foto: Helios

Velbert. Die Unterversorgung des Gehirns durch einen Schlaganfall ist lebensbedrohlich und sollte schnellstmöglich behandelt werden. Dr. Gabriele Kischel-Augart, Chefärztin der Gefäßchirurgie am Helios-Klinikum Niederberg, informiert beim nächsten Medizinforum über die Folgen der Durchblutungsstörungen des Gehirns.

Etwa 270.000 Schlaganfälle ereignen sich pro Jahr in Deutschland. Der Schlaganfall ist damit die häufigste Ursache bleibender Behinderungen und führt neben dem Herzinfarkt und Krebserkrankungen auch am häufigsten zum Tod, berichtet das Helios-Klinikum. Ein Schlaganfall ist eine plötzlich auftretende Durchblutungsstörung im Gehirn, bei der Nervenzellen absterben. Das Ausmaß eines Schlaganfalls hängt davon ab, wie groß das Gebiet im Gehirn ist, in dem Nervenzellen ausfallen und für welche Funktionen es benötigt wird.

„Häufig werden Durchblutungsstörungen im Gehirn durch Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems wie Vorhofflimmern oder Gefäßverkalkung im Bereich der Hirn- oder Halsgefäße verursacht“, sagt Dr. Gabriele Kischel-Augart.

Nach einer Unterversorgung durch einen Schlaganfall können sämtliche Hirnleistungen beeinträchtigt oder sogar dauerhaft geschädigt sein. Hierzu zählen unter anderem die Körperwahrnehmung, das Gleichgewicht, das Sprechen, der Schluckreflex und die Kontinenz. Die Behandlung eines Schlaganfalls beginnt unmittelbar in der Notaufnahme. Es erfolgen eine kurze neurologische Untersuchung und eine spezielle Computertomografie. In geeigneten Fällen wird dann eine sogenannte Lyse-Therapie begonnen, mit der die Gefäß-verstopfung aufgelöst werden soll.

Der Qualitätsstandard der Schlaganfalleinheiten in Deutschland sieht vor, diese Lysetherapie innerhalb von nur 30 Minuten nach Eintreffen der Patienten in der Notaufnahme zu beginnen. Ab Symptombeginn kann mit jeder Sekunde Hirngewebe absterben, und in der Regel schließt sich das Zeitfenster, in dem Patienten diese Therapie mit gutem Nutzen und geringem Risiko erhalten können, nach etwa 4 ½ Stunden. Daher ist das sofortige Alarmieren des Rettungsdienstes bei einem Verdacht auf Schlaganfall so wichtig.

Die spezielle Behandlung eines Schlaganfalls setzt sich nach der Akuttherapie auf einer speziellen Intensivstation, der Stroke Unit, fort: Bereits am ersten Tag nach Aufnahme werden die Patienten bei Bedarf von Physio- und Ergotherapeuten sowie von Logopäden versorgt.

Zu den Risikofaktoren für Verstopfung der Gefäße zählen Bluthochdruck, Diabetes mellitus (“Zuckerkrankheit”), Rauchen, Übergewicht, anhaltend hohe Cholesterinwerte im Blut, falsche Ernährung, Stress und Bewegungsmangel. Ein gesunder Lebensstil und viel Bewegung sind wirksame Maßnahmen, einem Schlaganfall vorzubeugen.

Am 12. Februar 2019 erklärt Dr. Gabriele Kischel-Augart ab 18 Uhr im Medizinforum Details zum Thema: “Ich glaube, mich trifft der Schlag- Durchblutungsstörungen des Gehirns“. Die Veranstaltung ist kostenfrei und findet im Helios.Klinikum Niederberg, SiZi II, statt. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.