Antworten des TBW-Aufstiegstrainers Lars Faßbender

"Das kann uns niemand mehr nehmen"

16. Mai 2017, 12:42 Uhr

Lars Faßbender, der Trainer der TBW-Handballerinnen, beantwortet nach dem Aufstieg in die Dritte Liga sechs Fragen - nicht alle ganz ernst gemeint.

TBW-Erfolgstrainer Lars Faßbender

TBW-Erfolgstrainer Lars Faßbender

Foto: Mathias Kehren
Wülfrath -

1. Herr Fassbender, was war anstrengender? Das Spiel gegen Bonn oder die Feier danach?

Auch wenn man nicht auf der Platte steht, ist ein solches Spiel - gerade als Trainer - unglaublich anstrengend. In einem so engen und entscheidenden Spiel, mit der Kulisse, der Lautstärke, der Nervösität und Anspannung der Spielerinnen, muss man stetig einen kühlen Kopf bewahren, jede Spielsituation und Verfassung der Mädels in Sekundenschnelle analysieren, seine eigenen Lehren herausziehen und immer die passende Antwort parat haben. Das ist sehr kräfteraubend. Nach Abpfiff war es dann nicht mehr möglich, die vielen Emotionen zu kanalisieren. Die Feier im Anschluss war für alle Extase pur.

2. Haben Sie und Ihr Team schon realisiert, was Sie gemeinsam geschafft haben? Was sind die Gründe für die tolle Saison?

Ich kann da nur für mich sprechen und muss sagen, dass ich es noch nicht wirklich realisiert habe. Es ist alles noch wie in einem Film - zugegeben: in einem wunderschönen Film. Es ist unglaublich, was die Mannschaft über die gesamte Saison hinweg geleistet hat. Immer wieder Aufbäumen, Rückschläge wegzustecken, immer weiter zu arbeiten. Aber auch die Unterstützung der zweiten und dritten Mannschaft kann gar nicht hoch genug angerechnet werden. Insgesamt trugen 25 Spielerinnen in der Laufenden Saison das Trikot der 1. Damen, und alle haben ihren Teil zu diesem Wahnsinnserfolg beigetragen. Auch ein großes Danke geht an die Verantwortlichen, Sponsoren und Helfer - es hat einfach gepasst. Es ist etwas eingetreten, was wir uns sicher vor der Saison niemals zu träumen gewagt haben.

3. Wann haben Sie gewusst, das packen wir?

Man merkte bereits in der Vorbereitung, dass etwas ganz Großes entstehen kann. Die Mädels haben super gearbeitet, und besonders das gemeinsame Trainingslager in Oberkleinich/Rheinland-Pfalz zeigte, wie sich die Mannschaft aufeinander eingeschworen hat und wie die unterschiedlichen Charaktere einfach toll zusammen passen. Während der Saison habe ich immer an die Stärke der einzelnen Mädels und der gesamten Mannschaft geglaubt. Dass wir alle Verletzungen so eindrucksvoll kompensieren konnten, war natürlch nicht abzusehen. Wir haben aber immer weiter gearbeitet, die Mädels haben viel Vertrauen in meine Methoden und Anforderungen gesteckt, und am Ende wurden wir alle dafür mit der Niederrheinmeisterschaft und dem Aufstieg in die Dritte Liga reich belohnt.

4. Wie ist die Zielsetzung für die kommende Saison?

Wir werden in der kommenden Saison ab dem ersten Spieltag gegen den Abstieg spielen und werden jedes Spiel ein Endspiel haben. Der Unterschied zwischen Oberliga und der Dritten Liga kann größer kaum sein. Es sind also insgesamt alles ganz neue Aufgaben, die auf uns zu kommen. Damit müssen wir umgehen, und ich habe auch da den Glauben daran, dass wir es gemeinsam schaffen können. Ich hoffe, dass alle auch dann zu uns halten, wenn wir durch ein Tal gehen. Aber ich blicke insgesamt positiv in die Zukunft. Aktuell genießen wir den Moment, das kann uns niemand mehr nehmen.

5. Neuzugänge?

Mit Luisa Kieckbusch (TSV Nord-Harrisslee) spielt ein Neuzugang bereits bei uns. Krissi Meiyer und Lea Watermeier kommen aus dem Ausland zurück. Lisa Klanz (Torwart, HSV Solingen-Gräfrath) und Moni Fränken (Kreis, TS St. Tönis) wurden bereits als Neuverpflichtungen verkündet. Diese Woche können wir den Zugang von Nici Hölters bekanntgeben. Die Torjägerin von St. Tönis ist technisch sehr gut ausgebildet und auf allen Rückraumpositionen einsetzbar. Da uns jedoch mit Lena Heider, Daria Blume und Paula Stausberg der gesamte Rückraum verlezungsbedingt länger fehlen wird, bin ich noch auf der Suche und in Gesprächen mit einer weiteren Spielerin, die uns eine dieser großen Lücken füllen kann. Dies gestaltet sich natürlich schwierig, da wir erst seit dem Samstagabend die Ligazugehörigkeit sicher haben.

6. Noch eine letzte Frage....Ist etwas dran an dem Gerücht, dass Lena Heider in der kommenden Saison auch in den 1. Herren spielen soll?

Sie wird leider ebenfalls verletzungsbedingt länger ausfallen. Ich bin mir aber sicher, dass Lena auch bei den 1. Herren ihre Torgefahr aus dem Rückraum unter Beweis stellen würde. Ich wäre in jedem Fall zu Gesprächen bereit, lasse sie aber nicht kampflos ziehen...

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