Großes Zittern mit rund 850 Zuschauern in der Halle an der Fliethe

Wülfrather Handballerinnen jubeln über den Aufstieg

14. Mai 2017, 18:31 Uhr

Der Turnerbund Wülfrath siegt im entscheidenden Spiel gegen Bonn und steigt auf in die Dritte Liga.

Ein Traum wurde wahr: Die Handballerinnen des TBW Wülfrath steigen in die Dritte Liga auf.

Ein Traum wurde wahr: Die Handballerinnen des TBW Wülfrath steigen in die Dritte Liga auf.

Foto: Mathias Kehren
Wülfrath -

In einer hochdramatischen, allerdings von beiden Teams hypernervös geführten Partie siegten die Wülfratherinnen vor der Rekordkulisse von rund 850 Zuschauern mit 19:16 (9:8) gegen den TSV Bonn rrh. und steigen damit zum zweiten Mal nach 2010 in die Dritte Liga auf.

Dabei machten die Gäste vor dieser beeindruckenden Kulisse den spielerisch stärkeren Eindruck, hatten allerdings keine solche Rückraumspielerin wie Lena Heider in ihren Reihen.

Ohne die kämpferisch vor allem in der Abwehr insgesamt starke Leistung des TBW schmälern zu wollen und ohne die tollen Paraden von Torfrau Sam Sklorz zu vergessen, war jedem Zuschauer nach der Partie klar, wem die Kalkstädterinnen diesen Sieg zu verdanken hatten. Elf Treffer erzielte die wurfstarke Halblinke selbst und war zudem die Initiatorin nahezu jeder gefährlichen Angriffsaktion.

Während man ihren Mitspielerinnen durchaus anmerkte, dass diese Riesenkulisse und die Wichtigkeit der Partie deren Aktionen eher hemmte, blieb die erst neunzehnjährige Heider eiskalt.

Nach dem frühen 0:2 (2.) war sie es, die den Turnerbund mit einem Siebenmeter zum 3:2 (7.) erstmals in Führung brachte und beim 5:2 (14.) schien es, als könnten sich die Gastgeberinnen von den deckungsstarken Mittelrheinischen absetzen.

Doch zu oft wurden mühsam herausgespielte Torchancen vergeben, und das nutzten die Bonnerinnen, um beim 7:6 (23.) selber wieder in Führung zu gehen.

In der Folge blieb die Begegnung ein Tanz auf der Rasierklinge, in der die Deckungsreihen klar dominierten. Erst ein Tor von Lisa Sippli zum 9:8 quasi mit dem Pausenpfiff brachte die hauchdünne Halbzeitführung.

Im zweiten Spielabschnitt legten die Gastgeberinnen dann zunächst zum 11:9 (37.) vor, um dann fast zehn Minuten ohne Torerfolg zu bleiben und wieder mit 11:12 (40.) in Rückstand zu geraten. Erst ein verwandelter Siebenmeter zum 12:12 (46.) durchbrach diese torlose Phase und eröffnete eine Schlussviertelstunde, die es in sich hatte.

Vor allem der TBW stürzte seine Fans mit schwachen Abschlüssen in ein Wechselbad der Gefühle. Viel zu häufig scheiterten die Blau-Weißen an der starken Torfrau des Mittelrhein-Meisters. Beim 16:16 (55.) und Ballbesitz Bonn schien sich die Waage auf die Seite der Gäste zu neigen.

Doch nun war Fortuna auf Seiten der Fassbender-Schützlinge. Ein Wurf der Gäste landete am Innenpfosten und sprang von dort ins Feld zurück. Das hätte bereits ein Big-Point werden können. Den setzte dann Johanna Buschhaus für den Turnerbund, als sie einen Abpraller reaktionsschnell zum 17:16 (58.) verwandelte.

Nun stand Bonn unter Druck und scheiterten aus guter Position an der glänzend parierenden Sklorz. Aber erst als im dann  folgenden Angriff Lena Heider den Ball knallhart aus über zehn Metern zum 18:16 (59.) unter die Latte schweißte, war der Aufstieg endlich greifbar.

Den Schlusspunkt setzte dann erneut Heider, aber dieser ging bereits im Jubel unter. In der Folge machten Team und Fans die Nacht zum Tage und feierten erst an der Halle und später noch im "Alten Rathaus " bis in den Morgen.

TBW: Sklorz/Nassenstein - Heider (11/6), Buiting (3/3), Buschhaus (2), Hinnerkott (1), Kieckbusch (1), Sippli (1), Krohm, Meyer, Gipperich, Steinhausen, Skafar, Djokovic.

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