Ursprüngliche Stadtmauer bei Bauarbeiten entdeckt

Stadtgeschichte ausgeschaufelt

20. August 2015, 12:52 Uhr

Auf der Freiheitstraße ist man bei den innerstädtischen Bauarbeiten auf die ursprüngliche Stadtmauer gestoßen. Und es könnte noch deutlich mehr Funde geben.

Stadtmauer

Kerstin Lehmann von "Archbau" zeigt auf dem historischen Stadtplan die Stelle, an der man den Fund gemacht hat.

Foto: Christian Barra
Mettmann -

 "Auf der Mühlenstraße hatten wir bereits kleinere historische Funde", erklärt Kerstin Lehmann, wissenschaftliche Archäologin, die für das beauftragte Unternehmen "Archbau" die Arbeiten in der Innenstadt derzeit begleitet.

"Auf Höhe des Löffelschleifer-Denkmals, vor der Türe des Möbelhaus Lensing, ist man nun auf die ursprüngliche Stadtmauer aus blauem Schiefergestein gestoßen", so Kerstin Lehmann weiter.

Die Nachricht machte bei den Bürgervereinen und Parteien schnell die Runde und spontan entstanden Ideen, wie man diesen Fund in Zukunft für alle Mettmanner sichtbar erhalten könne. "Man könnte beispielsweise eine begehbare Plexiglas-Scheibe und eine LED-Beleuchtung in den Boden einsetzen", schlägt der unabhängige Bürgermeister-Kandidat Thomas Dinkelmann vor.

Auch die Vertreter von CDU und SPD sind am Erhalt interessiert. "Wichtig ist erstmal, dass das Loch nicht einfach wieder zugekippt wird", sagt Ute Stöcker, Fraktionsvorsitzende der Mettmanner Christdemokraten. "Für die Umsetzung wird es sicher viele spannende Ideen geben", fügt Norbert Danscheidt, Bürgermeister-Kandidat der CDU, hinzu.

Die sozialdemokratische Kandidatin Andrea Rottmann und Florian Peters, Ortsvereinsvorsitzender der SPD in Mettmann, schlagen hierzu die Gründung einer Stiftung vor, um eine breite finanzielle Unterstützung zu ermöglichen. "Hier könnten Bürgervereine, Unternehmen und Einzelpersonen einen direkten Beitrag zur Erhaltung dieses Stücks Stadtgeschichte leisten."

Vertreter der geschichtsinteressierten Bürgervereine und -initiativen sind sich übrigens darüber einig, dass man noch auf weitaus interessantere Funde stoßen könnte, wenn die Arbeiten weiter in Richtung Bismarckstraße fortschreiten. "Dort könnte man auf Überreste des alten Laubacher Tores stoßen", erläutert Dr. Peter Feyen. Er wird in der kommenden Woche eine Ausstellung mit großformatigen Plakaten zum inoffiziellen Stadtjubiläum "1111 Jahre Mettmann" eröffnen und hat den Abriss des Tores hierbei auch thematisiert.

"Das Laubacher Tor war das letzte existierende Stadttor in Mettmann", erklärt Dr. Peter Feyen. Und genau deshalb sei die Chance, am Eingang zur Fußgängerzone eine stadtgeschichtlich und touristisch interessante Sehenswürdigkeit schaffen zu können, sehr groß.

Genau an diesem Punkt setzt die Werbegemeinschaft Mettmann-Impulse an. Vorstandsmitglied Ingo Grenzstein meint: "Im Zuge der Neugestaltung im Innenstadtbereich wäre so eine Sehenswürdigkeit eine echte Aufwertung für alle Mettmanner und natürlich auch Gäste von außerhalb."

Bis zum Mittag hatte die Nachricht vom historischen Fund in der Baustelle so weite Kreise gezogen, dass auch Dr. Stephan Kopp, Leiter der zuständigen Abteilung in der Stadtverwaltung, sich vor Ort ein Bild machte. "Ich verstehe das Interesse der Menschen", sagt er mit Blick darauf, dass sich rund um die Baustelle immer wieder kleine Gruppen bilden, die über den Erhalt dieses Funds diskutieren und Ideen entwickeln.

Sicher ist aber jetzt schon, dass das öffentliche Interesse an der nächsten Sitzung des Bauausschusses deutlich gestiegen ist.

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