Villa an der Gartenstraße soll Eigentumswohnungen weichen

Protest gegen Abriss in Langenberg

11. Juli 2017, 10:08 Uhr

Menschen in Langenberg wollen die "Villa Grünwald" retten. Die steht aber nicht unter Denkmalschutz. Und ein Neubau mit Eigentumswohnungen ist schon auf dem Weg.

Die Villa Grünwald an der Gartenstraße 1 in Langenberg soll Eigentumswohnungen weichen.

Die Villa Grünwald an der Gartenstraße 1 in Langenberg soll Eigentumswohnungen weichen.

Foto: Hans-Joachim Kling
Velbert -

An der Gartenstraße in Langenberg steht bereits ein Schild: „Zur Sonnentreppe“ ist der Name des Bauprojekts. „Hochwertige Eigentumswohnungen“ sollen hier entstehen, 18 an der Zahl. Bauherr ist die „Exklusiv Wohnbau“ mit Sitz in Mülheim. Doch um das Projekt verwirklichen zu können, muss die Villa Gartenstraße 1 abgerissen werden. Dagegen aber regt sich Widerstand.

Angeführt wird er von der Nadine Klöckl, geborne Heuser, aus Langenberg. Sie hat auch schon eine Todesanzeige für die "Villa Grünwald" aufgesetzt. Das Geburtsjahr gibt sie mit 1897 an, Adresse damals noch Im Grünen Winkel 1. Das Todesjahr 2017 hat Klöckl noch mit einem Fragezeichen versehen.

Die Villa, heute Gartenstraße 1, steht nicht unter Denkmalschutz. Dafür ist sie aber aufgeführt im Buch „Villen in Langenberg“ als „zweigeschossige Villa aus rotem Backstein im kubischen Stil mit Krüppelwalmdach“.

Nadine Klöckl (Heuser) hat ihren Protest im Internet kundgetan. Auf der Facebook-Seite „LA – Gefällt mir“ setzt sie sich ein für den Stopp des drohenden Abrisses: Die Villa sei ein „unbestritten historisch und baulich interessantestes Haus mit schönstem alten Baumbestand und parkähnlichem Garten“, (…) „in Szene gesetzt auf einem Eckgrundstück“ (…) „ein wertvolles, schützens- und erhaltenswertes Überbleibsel und Rarität lebendiger Geschichte".

Das haben die städtischen Denkmalschützer ganz offensichtlich nicht so gesehen, denn das Haus steht nicht unter Denkmalschutz. Dies aber gelte für etwa die Hälfte der Villen in Langenberg, die im genannten Buch erfasst sind, beklagt Nadine Klöckl und sieht hier „dringenden Handlungsbedarf“.

Vor allem aber gelte es jetzt, den drohenden Abbruch an der Gartenstraße zu verhindern. Dass es dazu zu spät ist, will sie nicht gelten lassen: So etwas sei auch schon in anderen Städten gelungen. „Helft mit, den Tod einer weiteren Villa zu stoppen und sie am Leben zu halten – auch im Sinne ihrer Erbauer und Vorfahren!“

Auf Facebook bekommt sie fast nur Zustimmung. Nur ein Kommentator gibt zu bedenken: „Bitte geht einmal in das Gebäude und sagt anschließend, ob Ihr so wohnen wollt?“

Nadine Klöckl streicht unterdessen heraus, dass nicht mal ein Bebauungsplan vorliege und es ein Leichtes für die Stadt gewesen wäre, für das Projekt kein Okay zu geben.

Sie hat inzwischen einen Antrag bei der Stadt gestellt mit dem Ziel, das Bauvorhaben zu überprüfen.

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