Zuwachs für die erneuerte Dauerausstellung

Neuankömmling im Neandertal

13. April 2017, 16:28 Uhr

Ein halbes Jahr nach der Neueröffnung der Dauerausstellung im Neanderthal-Museum ist die Menschenfamilie jetzt komplett.

Till Knechtges, Adrie Kennis, der Neuankömmling, Alfons Kennis im Neanderthal-Museum

Till Knechtges, Adrie Kennis, der Neuankömmling, Alfons Kennis im Neanderthal-Museum

Foto: Neanderthal-Museum
Mettmann -

Im einführenden Teil der Dauerausstellung "Eine Reise durch die Zeit" erwartet die Besucher seit Oktober 2016 eine raumgreifende Holzkonstruktion aus über 300 verschieden großen Dreiecken. Sie stellt den menschlichen Stammbusch dar.

Darauf stehen Hominine der niederländischen Bildhauer Adrie und Alfons Kennis, darunter so berühmte Funde wie “Lucy”. Sie erzählen über Audiotexte ihre persönlichen Geschichten aus entscheidenden Etappen der Humanevolution.

Jetzt haben Adrie und Alfons Kennis eine sechste Rekonstruktion im Stammbusch platziert, einen jungen Mann, basierend auf Funden aus der Höhle Pestera cu Oase in Rumänien.

Eingekleidet wurde der Neuankömmling von Museumsmitarbeiter Till Knechtges. Er hat sowohl die Hose aus Fuchsfell als auch den Kaftan aus rauchgegerbtem Hirschleder handgenäht.

Als der Schädel 2002 in der Höhle in Rumänien entdeckt wurde, ahnten die Forscher schon bei der ersten Untersuchung, dass er etwas Besonderes ist. Sie stellten typische Merkmale von Homo sapiens fest, wie einen grazilen Hirnschädel, aber auch Merkmale von Neanderthalern, wie ein großes Gesicht und massive Zähne.

Die Forscher wollten es genau wissen und untersuchten mehr als zehn Jahre später auch die DNA. Sie lieferte den Beweis: der junge Mann hat einen Anteil von neun Prozent Neandertaler-Genen – deutlich mehr als die bis zu vier Prozent, die alle anderen Europäer in sich tragen.

Es handelt sich also um den Nachfahren eines Mischlings aus modernen Menschen und Neandertalern in Europa. Diese Gruppe gehörte zu einer ersten Einwanderungswelle moderner Menschen, die vor etwa 40.000 Jahren nach Europa gekommen sind.

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