SPD-Kreisvorstand schlägt Manfred Krick als Kandidaten vor

Landtagsabgeordneter will Landrat werden

31. Januar 2014, 17:05 Uhr

Die SPD stellt ihren Landtagsabgeordneten Manfred Krick als Kandidaten bei der Landratswahl am 25. Mai auf.

Manfred Krick und Kerstin Griese, der Kandidat für das Amt des Landrats und die Kreisvorsitzende der SPD

Foto: SPD Kreis Mettmann
Kreis Mettmann -

„Es muss sich dringend etwas ändern in der Politik des Kreises“, sagt Kreisvorsitzende Kerstin Griese zu den Gründen, weshalb der Vorstand den Mitgliedern vorschlägt, den Landtagsabgeordneten für diese Wahl als Bewerber zu benennen. Der Parteitag zur offiziellen Aufstellung des Kandidaten findet am 8. März in Ratingen statt.

Im Falle eines Wahlsieges müsste Krick sein Landtagsmandat niederlegen, was er auch tun will. „Weil er kompetent ist, weil er bekannt ist“, nennt Griese Gründe für die Nominierung. „Und weil wir gewinnen wollen.“

Manfred Krick (57), von Hause aus Architekt und Geologe, gehört dem Kreistag seit 2004 an und ist Stellvertreter des Landrats, allerdings im Ehrenamt. Gegen Amtsinhaber Thomas Hendele verlor Krick vor fünf Jahren mit mehr als 20 Prozent Unterschied. Deshalb will die SPD auch Gespräche mit den Grünen und anderen Parteien führen. Die haben das Ziel, auch andere dafür zu gewinnen, Krick als ihren Kandidaten zu benennen, mindestens in einem möglichen zweiten Wahlgang. Manfred Krick ist aber außerdem überzeugt, in der Zwischenzeit – insbesondere im Landtag – noch viel dazu gelernt zu haben: „Und das will ich auf die Straße bringen.“

Die Schließung der Kompetenzagenturen, die die Aufgabe hatten, Menschen ohne Schulabschluss zu qualifizieren und in den Arbeitsprozess einzugliedern, nennt Krick als einen der größten Fehler des Landrats und der CDU geführten Mehrheit im Kreistag. Diese Kompetenzagenturen seien 2012 „gekippt“ worden und müssten jetzt wieder neu aufgebaut werden.

„Mit Vehemenz“ will Krick als Landrat die Langzeitarbeitslosigkeit im Kreis bekämpfen. 20.000 Familien oder „Bedarfsgemeinschaften“ seien im Kreis davon betroffen. Und in den vergangenen zehn Jahren sind es laut SPD rund 4.500 Menschen mehr geworden, die direkt oder mittelbar die Folgen von Langzeitarbeitslosigkeit zu spüren haben. Die Jobcenter personell aufzustocken, sieht Manfred Krick deshalb als vordringliche Aufgabe an.

Der zunehmende Flächenverbrauch ist außerdem aus seiner Sicht ein „unter den Nägeln brennendes Problem“. Der Anteil der Freiflächen sei im Kreis Mettmann inzwischen auf unter 60 Prozent gesunken, im Land liege der Anteil noch bei 70 Prozent.

Versäumnisse des Landrats und der Mehrheit im Kreistag beklagt Krick auch bei der interkommunalen Zusammenarbeit. Gerade im Bereich der Energieversorgung sieht der Landtagsabgeordnete ein „ideales Gebiet“ für eine solche Kooperation über die Stadtgrenzen hinweg, wie das Beispiel Neander-Energie schon beweise.

Kerstin Griese hält dem Landrat eine eher „präsidiale“ Amtsführung vor. Hendele mache Politik gegen Bund und Land und betone ständig, der Kreis sei nicht zuständig. Deshalb fordert die SPD-Kreisvorsitzende einen Wechsel im Amt: „Manfred Krick wäre zuständig.“

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