Info- und Gedenkstand der Caritas

Gedenktag für verstorbene Drogenabhängige

15. Juli 2017, 14:37 Uhr

In vielen Städten in Deutschland wird am 21. Juli 2017 den Menschen gedacht, die an den Folgen ihrer Suchterkrankung verstorben sind, so auch in Wülfrath und Mettmann.

Wülfrath und Mettmann -

 Die Caritas-Fachdienste Sucht- und Wohnungslosenhilfe nehmen den Gedenktag zum Anlass, Bürger, Betroffene, Freunde und Angehörige zum gemeinsamen Gedenken einzuladen.

Im vergangenen Jahr sind bundesweit wieder mehr Menschen an ihrem Drogenkonsum gestorben. Insgesamt waren es 1333 Menschen - neun Prozent mehr als im Vorjahr. In den Jahren 2009-2013 waren die Zahlen hingegen stetig gesunken. Dies geht aus dem aktuellen Jahresbericht 2016 zur Rauschgiftkriminalität der Bundesregierung hervor.

Besonders stark stieg die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Konsum sogenannter Designerdrogen. Die meist im Internet über Onlineshops als vermeintlich unbedenkliche Kräutermischungen, Badesalze, Lufterfrischer oder Pflanzendünger deklariert und verkauften Päckchen haben oft eine völlig unbekannte Zusammensetzung, bergen daher hohe Risiken für die Konsumenten.

Fünf Drogentote 2016 in Wülfrath und Mettmann

In Wülfrath und Mettmann, den Städten, in denen die Caritas-Suchthilfe Betroffenen zur Seite steht, sind der Caritas im Jahr 2016 fünf Menschen bekannt geworden, die an den Folgen ihres Drogenkonsums verstarben. Im laufenden Jahr sind es bislang drei tote Menschen. Im dunklen bleibt dabei die Zahl derjenigen, die keinen Kontakt zu einer Suchtberatungsstelle hatten.

Unerwähnt bleiben zumeist auch Angehörige und Freunde, die das Leid der Abhängigkeit unmittelbar miterleben und sich oft selber hilflos fühlen. Helfen kann hier die Angehörigenberatung der Caritas-Suchthilfe, die oft schon durch ein erstes Beratungsgespräch Entlastung schaffen kann.

 

Den Einstieg in den Gedenktag, Freitag, 21. Juli bildet ein Trauercafé von 10 bis 12 Uhr in den Räumen der Caritas-Suchthilfe, Nordstr. 2a in Wülfrath. Diakon Michael Anhut von unserer katholischen Kirchengemeinde St. Maximin steht für eine kurze Andacht und ein anschließendes Gespräch zum Thema Tod und Trauer bereit.In Mettmann werden von 13 bis 15 Uhr die Mitarbeiter der Suchthilfe und der Wohnungslosenhilfe auf dem Jubiläumsplatz für Gespräche und erste Informationen zu Hilfsangeboten zu Verfügung stehen.

Zum Abschluss des Gedenktages haben die Caritas-Mitarbeiter eine kleine Aktion vorbereitet: Für die im Kreisgebiet Mettmann verstorbenen Menschen haben Angehörige und Trauernde, die Möglichkeit, an einer Gedenkwand einige Worte niederzuschreiben oder den Namen des Verstorbenen auf der Gedenkwand zu verewigen.

„In erster Linie möchten wir der in den vergangenen Jahren an direkten und indirekten Folgen des Suchtmittelkonsums Verstorbenen gedenken“, so Caritas-Streetworker Jerome Schneider. Natürlich können sich Interessierte auch ganz unverbindlich über die verschiedenen Suchterkrankungen sowie Angebote und Hilfsmöglichkeiten von Wohnungslosenhilfe und Suchthilfe informieren.

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