Konjunkturumfrage der Industrie- und Handelskammer

Fast alle Branchen wollen Personal einstellen

15. Februar 2017, 11:45 Uhr

In Industrie, im Großhandel und bei den unternehmensorientierten Dienstleistern überwiegen aktuell die optimistischen Stimmen. Bauwirtschaft und Einzelhandel gehen davon aus, dass sich an ihrer derzeit guten Geschäftslage in den kommenden Monaten nichts ändern wird.

Wirtschaft ist gut ins Jahr gestartet: IHK-Experte Gerd Helmut Diestler.

Foto: Mathias Kehren
Kreis Mettmann -

Zu diesem Ergebnis kommt die Industrie- und Handelskammer in ihrer aktuellen Konjunkturumfrage.

Danach hat sich seit Herbst 2016 die Geschäftslage der Wirtschaft im Kreis Mettmann leicht verbessert. Nur noch acht Prozent der Betriebe berichten über eine unbefriedigende Geschäftslage, stabile 36 Prozent hingegen befinden sich in einer guten Lage.

Dabei wird die Wirtschaftsentwicklung auch zu Jahresbeginn 2017 von der Binnennachfrage bestimmt. „Die hiesige Wirtschaft ist für den weiteren Jahresverlauf zuversichtlich“, fasst Gerd Helmut Diestler, Volkswirt der IHK Düsseldorf, das Ergebnis der Umfrage zusammen.

So sieht insgesamt jeder zehnte Betrieb gar keine besonderen Risiken für die Konjunktur. Unter den Händlern und Dienstleistern ist es sogar jeder fünfte.

Beteiligt haben sich an der jüngsten Konjunkturbefragung rund 210 Betriebe im Kreis Mettmann, die zusammen über 19.000 Mitarbeiter beschäftigen.

Trotz Irritationen wegen zunehmender protektionistischer Tendenzen ist auch die Exportwirtschaft zuversichtlich, ihren Auslandsabsatz (weiter) steigern zu können.
Risiken für die Konjunktur sieht die Wirtschaft im Kreis Mettmann insgesamt nur wenige.

40 Prozent der Betriebe – deutlich weniger als in den Umfragen zuvor – führen dabei die Inlandsnachfrage als Konjunkturrisiko an. Mit größerer Skepsis als zuvor betrachten die Unternehmer hingegen die künftige Entwicklung der Energie- und Rohstoffpreise.

Die Produktionskapazitäten sind mit 79,6 Prozent etwas besser ausgelastet als noch im letzten Herbst. Maschinen und Anlagen werden damit in etwa wieder so stark genutzt wie im langjährigen Durchschnitt.

Allerdings ist nur die Bauwirtschaft – und das in der Wintersaison -  zu mehr als 80 Prozent ausgelastet. Die Vorleistungs- und Investitionsgüterproduzenten bleiben noch unter dieser Marke. Insofern sei es trotz guter Konjunkturperspektiven nachvollziehbar, dass die Wirtschaft im Kreis Mettmann nur verhalten investieren wolle.

„Dafür beabsichtigen fast alle Branchen, ihr Personal aufzustocken“, erklärt Diestler und setzt damit auf eine Fortsetzung des Beschäftigungsaufbaus im Neanderland. Dies gelte für alle Wirtschaftszweige mit Ausnahme des Einzelhandels, in dem zu gleichen Teilen Unternehmen Personal auf- wie abbauen wollten.

Die Suche nach qualifizierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in ausreichender Zahl gestalte sich über alle Branchen weiter schwierig.

Anzeige