Velberter Stadtrat: Nur fünf Stimmen dafür

Bürgerbegehren abgelehnt

28. Januar 2014, 19:06 Uhr

Mit großer Mehrheit hat der Rat der Stadt Velbert am Dienstagabend gegen das Bürgerbegehren zum Erhalt der Realschule in Tönisheide gestimmt. Er hält damit an dem Beschluss fest, eine Sekundarschule einzurichten.

Heinrich-Kölver-Realschule in Tönisheide

Foto: Mathias Kehren
Velbert -

In einem Bürgerentscheid am 16. März haben nun alle Wahlberechtigten in Velbert die Entscheidung zu treffen, ob die Kölver-Realschule erhalten bleibt, wie es die Vertreter des Bürgerbegehrens wünschen. Die Schule erziele Spitzenergebnisse bei den Abschlüssen, verfüge über ein familiäres Miteinander, erklärte der Sprecher des Begehrens, Mike Trommler. „Die Realschule war und ist das Erfolgsmodell für die mittelstarken Schüler, für die Praktiker von morgen, aber auch für gymnasiale Spätzünder“, warb Trommler um eine Mehrheit für das Begehren.

Manfred Bolz machte aber für die CDU deutlich, dass es eigentlich keine Alternative zur Sekundarschule gebe: „Die Schulentwicklungszahlen zeigen auf, dass wir in einigen Jahren nicht mehr genügend Schüler für die Realschule haben.“ Seine Fraktion aber lege Wert darauf, dass es auch in Zukunft eine weiterführende Schule in Neviges geben könne, und das solle eben die neue Sekundarschule sein. Die könne ja durchaus auch Heinrich-Kölver-Sekundarschule heißen.

Bolz zeigte Verständnis für das Engagement der Initiatve: „Ich würde vielleicht auch kämpfen, wenn es um den Erhalt meiner alten Schule gehen würde“, sagte der Vorsitzende der stärksten Fraktion. „Uns aber geht es um die Schullandschaft in Neviges“, warb Bolz um Zustimmung für die Sekundarschule, weil das die Zukunft für die Kinder in Neviges sei. „Die Realschule ist endlich. Wir machen es für Neviges, dass es da weitergeht.“

Der öffentlich geäußerten Kritik an Anmeldeverfahren hielt Bolz entgegen: „Die Realschule ist aufgelöst“, wie es der Stadtrat beschlossen habe, „deshalb kann es auch kein Anmeldeverfahren geben.“

Zustimmung zu diesem Plädoyer für die Sekundarschule erhielt Bolz unter anderem von SPD, Grünen und FDP. Gerno Böll-Schlereth (SPD) betonte: „Gerade jetzt sind wir nicht ideologisch.“ Die Politik folge nur den Vorschlägen, die die Akteure vor Ort ausgearbeitet hätten. Die Sachgründe seien offensichtlich: Nur so könne eine weiterführende Schule in Neviges erhalten werden.

UVB-Sprecherin Brigitte Hagling hatte dafür geworben, dem Bürgerbegehren zuzustimmen. Die Umfrage habe eine Mehrheit gegen eine Sekundarschule ergeben. Böll-Schlereth nannte das Zahlenspiele. Nach dieser Methode könne man auch errechnen, dass sich bei der letzten Kommunalwahl 97,5 Prozent der Velberter gegen die UVB ausgesprochen hätten. Er rief dazu auf, von Verschwörungstheorien gegen die Realschule endlich Abstand zu nehmen.

Für die Linke machte Michael Alfermann deutlich: „Uns wäre eine zweite Gesamtschule lieber gewesen.“

Mit rund 50 Stimmen (es wurde nicht ausgezählt), bei fünf Stimmen für das Begehren (3 UVB, 1 SLB, 1 Velbert anders) hat der Stadtrat das Bürgerbegehren abgelehnt. Beim Bürgerentscheid am 16. März müssen nun rund 10.000 Wähler für den Erhalt der Realschule stimmen, soll die HKS doch noch neue Schüler aufnehmen.

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