Neue Ansichten des monumentalen Betonbauwerks

Bildband über den Mariendom Neviges

7. Dezember 2017, 10:18 Uhr

Im dritten Band der Reihe Velbert im Quadrat geht es um den Nevigeser Mariendom. Das vom Architekten Gottfried Böhm geplante Bauwerk ist nach dem Kölner Dom die zweitgrößte Kirche im Erzbistum.

Rüdiger Schleßelmann und Gerhard Haun haben ein Buch über den Mariendom Neviges gemacht.

Foto: Mathias Kehren
Velbert -

"Im nächsten Jahrt wird der Mariendom Neviges 50 Jahre alt", erinnert Verlegerin Jutta Scheidsteger an das bevorstehende Domjubiläum. Ein Grund mehr, dem einzigartigen Betonbauwerk ein eigenes Buch zu widmen. Wie schon im zweiten Band der Reihe "Velbert von oben" hat der Fotograf Rüdiger Schleßelmann die Fotos für das Buch gemacht. Gerhard Haun vom Bergischen Geschichtsverein ist ein Experte auf dem Gebiet der Geschichte der Wallfahrt und des niederbergischen Raumes. Er hat die Texte für das Buch geliefert. 

"Es sollte auf keinen Fall ein zweiter Domführer werden, denn den gibt es ja schon", sagt Haun. Stattdessen sollte das Bauwerk an sich, aus besonderen Perspektiven, und seine einzigartige Ausstattung betrachtet und beschrieben werden. "Von außen betrachtet wirkt die Front des Doms wie eine riesige Felswand", hat Haun festgestellt. "Diese wird immer gewaltiger, je näher man dem Eingang kommt, der sich geradezu höhlenartig unter der Wand duckt."

Insgesamt sei der Dom eine eher leere Kirche, beschreibt Haun den Sakralbau. Gerade die Kargheit jedoch weise auf viele besondere Aspekte hin, allen voran sind hier sicherlich die Fenster am augenscheinlichsten. Das Rosenfenster als Wahrzeichen der Marienkirche besteche durch seine enorme Leuchtkraft. Bemerkenswert sei auch die Art, wie die Fenster das Dominnere erhellen: So komme es nur in den Sommermonaten Juni und Juli um die Mittagszeit vor, dass die Mariensäule komplett in grünes Licht getaucht wird, welches durch die gefärbten Glasscheiben einfällt. Ebenfalls im Sommer und gegen die Mittagszeit falle das Sonnenlicht durch die rote Rose des Rosenfensters direkt auf den Altar.

"Der Mariendom stellt eine in sich geschlossene, perfekte Einheit dar, aus der man kein Teil entfernen kann, ohne diese zu zerstören", meint Gerhard Haun.

"Von außen hässlich und von innen düster", so sei sein erster Eindruck vom Dom gewesen, erinnert sich Fotograf Rüdiger Schleßelmann. Dieses Bild habe sich mittlerweile grundlegend gewandelt, berichtet der Fotograf, der bei seiner Arbeit viele fantastische Dinge im Dom entdeckt habe und das Bauwerk so ganz neu kennengelernt habe.

Faszinierend fand Schleßelmann etwa die Prismenform der einzelnen Gläser der Bleiverglasungen, durch die das einfallende Licht sozusagen noch verstärkt würde. Auch die Steinmetzarbeiten von Elmar Hillebrand, der den Altar, die Sakraments- und die Marienstele geschaffen hat, haben ihn in ihrem Detailreichtum begeistert.

"Mit dem neuen Buch wollen wir auf das bevorstehende Jubiläumsjahr des Mariendoms einstimmen", sagt Jutta Scheidsteger. Das etwas über 100 Seiten starke Buch ist im Scala-Verlag erschienen und  für 22 Euro im Buchhandel erhältlich.

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