Kreis baut neu für 29 Millionen Euro / Eröffnung 2021

Neue Leitstellen für Polizei und Feuerwehr

11. Juni 2018, 13:52 Uhr

Am westlichen Ortseingang Mettmanns, direkt neben der Kreispolizeibehörde am Adalbert-Bach-Platz, werden im März 2021 die neuen Leitstellen der Feuerwehr und der Polizei ihren Betrieb aufnehmen.

Links der Neubau der neuen Leitstellen, rechts der bestehende Bau der Kreispolizei.

Links der Neubau der neuen Leitstellen, rechts der bestehende Bau der Kreispolizei.

Foto: Visualisierung Kreis Mettmann
Mettmann -

Neben der Rettungsleitstelle und der Leitstelle Polizei wird das Gebäude auch die Bevölkerungsschutz-Abteilung der Kreisverwaltung, ein Notarzteinsatzfahrzeug sowie ein Feuerwehrübungszentrum mit Übungshalle, Brandsimulationsanlage und Atemschutz-Übungsstrecke beherbergen.

Den Auftrag für die Planung und den Bau hat der Kreistag jetzt einstimmig an die Freundlieb Bauunternehmung aus Dortmund vergeben. Dabei fungiert die Freundlieb GmbH & Co. KG als Totalunternehmer. Das bedeutet, dass das Unternehmen für die Auftragssumme von 26,3 Millionen Euro das Gebäude schlüsselfertig übergibt und alle dafür erforderlichen Planungs-, Liefer- und Bauleistungen (ohne Leitstellentechnik) erbringt.

Auf der Basis seines im Wettbewerb eingereichten verbindlichen Angebotes wird das Unternehmen nun die Planung fortführen und voraussichtlich im Januar mit den Bauarbeiten beginnen.

Das Gesamtbudget für das Bauvorhaben ist mit 29,1 Millionen Euro veranschlagt.

Vertreter von Polizei und Feuerwehr haben das Projekt von Beginn an begleitet und den vorliegenden Entwurf für gut befunden. Sowohl die technischen Belange als auch insbesondere die Grundrissorganisation und die daraus folgende Funktionalität bewerten beide äußerst positiv.

Mit der Realisierung des Projekts erhalten Polizei und Feuerwehr nach­haltige und zukunftsorientierte Leitstellen auf dem technischen Stand der Zeit. Durch die Unterbringung unter einem Dach profitieren beide ins­besondere bei gemeinsamen Großeinsätzen durch die kurzen Kommunikationswege und Synergieeffekte im Hinblick auf Besprechungsräume und Technik. Zudem wird die beengte räumliche Situation im Gebäude der Kreispolizeibehörde erheblich entlastet.

Mit dem Feuerwehr-Übungszentrum wird die aktuell unbefriedigende Ausbildungssituation der ehrenamtlichen Feuerwehrkräfte langfristig verbessert. Darüber hinaus besteht weiterhin die Option, die Liegenschaft auch als hauptamtliche Feuerwehrschule betreiben zu können.

Das zusätzliche Notarzteinsatzfahrzeug soll der Spitzenlastabdeckung im gesamten Kreisgebiet dienen, weshalb der zentrale Standort in Mettmann einsatztaktisch und durch seine verkehrliche Anbindung besonders geeignet ist.

Die Ausgangslage

Die Kreise sind verpflichtet, eine einheitliche Leitstelle für den Brandschutz, die Hilfeleistung, den Katastrophenschutz und den Rettungsdienst zu unterhalten.

Die beengte räumliche Situation der jetzigen Leitstelle des Kreises Mettmann am Standort der Mettmanner Feuerwache entspricht nicht mehr den aktuellen Erfordernissen – zumal in Hinblick auf die Aufschaltung aller kreisangehörigen Städte.

Obendrein hatte die Stadt Mettmann bereits Ende 2013 entschieden, die bestehende personelle und räumliche Kooperation mit Ablauf des Jahres 2020 zu beenden.

Beratungen

Im Juni 2015 hatte der Kreistag die Verwaltung beauftragt, die erforderlichen Planungen für eine Neuerrichtung der Kreisleitstelle am Standort Mettmann aufzunehmen.

Im Mai 2016 waren die Planungen so weit gediehen, dass der Kreistag den Grundsatzbeschluss zur Errichtung einer neuen Kreisleitstelle an der Willettstraße auf den Weg bringen konnte.

Auf der Basis zahlreicher Abstimmungsgespräche mit allen Beteiligten – inklusive Feuerwehr und Polizei – wurde die Planung so weit spezifiziert, dass der Kreistag im Oktober 2016 die zur konkreten Umsetzung vorgesehenen Projektmodule beschloss. Dabei entschied sich der Kreistag zugleich für ein Vergabeverfahren in Form eines Verhandlungsverfahrens mit vorgeschaltetem Teilnehmerwettbewerb und die daraus resultierende Vergabe an einen Totalunternehmer.

Mit der Projektsteuerung wurde die Zarinfar GmbH, Köln beauftragt.

Vergabeverfahren

Am 24. April 2017 wurde das Verhandlungsverfahren mit Teilnahme­wett­bewerb EU-weit bekannt gemacht. Im Juli 2017 begann das Verhandlungsverfahren mit fünf ausgewählten Bietern.

Im Laufe des Verfahrens gab es zwei Verhandlungsrunden, zu denen die Bieter jeweils umfassende Planungen und Kalkulationen abzugeben hatten. Frist für die Abgabe des verbindlichen Angebots war der 13. April 2018.

Ausgewählt wurde das Angebot der Firma Freundlieb aus Dortmund, das auf dem Entwurf von Bahl Architekten, Hagen beruht.

Interimslösung

Die räumlichen Kapazitäten der Kreisleitstelle in der Feuer- und Rettungswache an der Laubacher Straße reichen allerdings schon jetzt nicht mehr aus.

Die Anordnung der Einsatzleitplätze lässt keine Möglichkeit der Erweiterung zu und führt zu Problemen im Bereich der Akustik und der Kommunikation, außerdem fehlen Büro-, Ruhe- und Sozialräume.

Gleichzeitig benötigt die Feuerwehr Mettmann aktuell deutlich mehr Raumkapazitäten, da sich aus dem Rettungsdienstbedarfsplan und dem in Erarbeitung befindlichen Brandschutzbedarfsplan erhebliche Personalzuwächse ergeben.

Angesichts dieser Entwicklungen musste bis zur Inbetriebnahme der neuen Leitstelle im März 2021 eine Übergangslösung gefunden werden. Als geeignet erwies sich das Gebäude Auf dem Hüls 5. Die erforderlichen Umbauarbeiten laufen zurzeit. Voraussichtlich im Februar wird die Kreisleitstelle dort übergangsweise einziehen.

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