"Wertvoll": Velberter Museum zeigt eine neue Ausstellung

Als in der Welt noch mit Schnecken und Muscheln bezahlt wurde

16. Mai 2017, 09:55 Uhr

Was alles als Geld diente, bevor es Geld gab: Das zeigt das Schloss- und Beschlägemuseum in Velbert in einer neuen Ausstellung.

Dr. Ulrich Morgenroth, Dr. Yvonne Gönster und Lea Fernau mit "nichtmünzlichen Zahlungsmitteln".

Dr. Ulrich Morgenroth, Dr. Yvonne Gönster und Lea Fernau mit "nichtmünzlichen Zahlungsmitteln".

Velbert -

Im Märchen "Hans im Glück" wird Hans für sieben Jahre Arbeit mit einem Klumpen Gold entlohn, groß wie sein Kopf. Da hatte er was in der Hand, aber auch schwer zu tragen. Geld gab es seinerzeit wohl noch nicht, und auch keine Überweisungen aufs Konto.

Und so tauscht der Hans Schritt für Schritt, besitzt ein Pferd, eine Kuh, ein Schwein und eine Gans, am Ende einen Schleifstein. An den Börsen dieser Welt würde Hans mit seinen Geschäften wohl nicht wirklich sein Glück machen. Aber das Märchen zeugt von einer Zeit, in der Tiere durchaus Zahlungsmittel waren.

"Nichtmünzliche Zahlungsmittel", um genauer zu sein. Die sind in einer neuen Ausstellung im Schloss- und Beschlägemuseum in Velbert zu sehen. Ihr Titel: "Wertvoll". Und auch hier lässt sich eine Verbindung zu "Hans im Glück" ziehen: Denn Hans, seine Verhandlungspartner und wohl auch der Leser haben völlig unterschiedliche Vorstellung, welchen Wert das jeweilige Zahlungsmittel hat.

"Die Menschen mussten sich auf einen Wert einigen", erläutert Dr. Yvonne Gönster, die die Ausstellung für das Museum in Velbert konzipiert hat. Das konnten Eberzähne wie in Ozeanien sein oder Kaurischnecken, von denen ein ganzer Sack im Museum im Forum Niederberg steht.

Muscheln waren ebenso das Geld der Vergangenheit wie Salzbarren und Teeziegel, Armreifen und Trommeln. Je nach Region musste Mais oder Reis in der Tasche haben, wer etwas anderes erwerben wollte.

In Velbert waren es - wie sollte es anders sein - Schlösser, die gegen Waren eingetauscht wurden. "Das ging bis ins 19. Jahrhundert so", erzählt Museumsleiter Dr. Ulrich Morgenroth. Und mancher Zeitgenosse erinnere sich überdies daran, wie noch in der Nachkriegszeit Schlösser gegen Kartoffeln getauscht wurden.

Rund 150 Exponate sind in der Ausstellung "Wertvoll" bis zum 5. November in Velbert zu sehen. Sie stammen zum großen Teil aus der Sammlung Köhler-Osbahr im Kultur- und Stadthistorischen Museum Duisburg, aber auch aus dem Heiligenhauser Museum Abtsküche, der Velberter Stadtarchiv und dem Schloss- und Beschlägemuseum selbst.

Am Aufbau der Ausstellung im Museum wesentlich beteiligt war Lea Fernau, die studierte Restauratorin unterstützt die Arbeit des Museums ehrenamtlich.

Hans im Glück würde heute wohl nicht mal mehr einen Klumpen Gold davon tragen können. Seine Entlohnung dürfte sich durch eine Überweisung in ein paar Zahlen auf einem Konto offenbaren. Auch ein gänziges "nichtmünzliches Zahlungsmittel".

 

 

 

 

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