Polizei warnt: Niemals Fremden Geld geben!

Trickbetrüger erbeuten Millionen

16. März 2017, 15:39 Uhr

Vor einer besonders perfiden Betrugsmasche hat die Kreisspolizei Mettmann jetzt in Zusamenarbeit mit der Kreissparkasse gewarnt.

Bei der Kreissparkasse gibt es Info-Material zur Betrugsmasche.

Bei der Kreissparkasse gibt es Info-Material zur Betrugsmasche. Monika Knipp, Leiterin der Innenrevision (KSK), Karin Peglau (Kripo) und Thomas Döring, Filialdirektor der Kreissparkasse in Mettmann.

Foto: Kreissparkasse
Kreis Mettmann -

Es beginnt immer abends: Ein angeblicher Polizist ruft vornehmlich ältere Menschen – oder auch Menschen mit zumindest älter klingendem Vornamen - an. In fast allen Fällen erscheint im Telefondisplay die jeweilige Ortsvorwahl und die 110.

Der Anrufer behauptet, man habe eine rumänische Einbrecherbande zerschlagen, bei der eine Liste potenzieller Einbruchsopfer zu finden war – darunter auch der Name und die Anschrift des gerade Angerufenen.

Im Laufe des Telefonats wird entsprechender Druck aufgebaut, häufig dauern diese Anrufe bis spät in die Nacht. So wird erreicht, dass die eingeschüchterten Menschen am nächsten Morgen zu ihrer Bank / Sparkasse
gehen, um hohe Geldbeträge abzuheben und diese später einem angeblichen Polizisten an der Wohnungstür zur „sicheren Verwahrung“ zu übergeben.

Natürlich bekommen die Opfer eingebläut, mit niemandem über ihr Vorhaben zu reden, da selbst die Bankmitarbeiter mit den Einbrecherbanden unter einer Decke steckten. Die Betrüger schrecken vor nichts zurück, um glaubwürdig zu wirken: So inszenieren sie Einsätze mit echten Polizisten in der Nachbarschaft oder präsentieren angebliche Telefonmitschnitte, in denen
eine vermeintliche Bankberaterin mit einem rumänischen Einbrecher telefoniert, dass sich ein Einbruch bei „Frau Käthe Müller in der Bachgasse 24“ besonders lohne.

Ziel ist jedoch nicht die einmalige Übergabe einer hohen Summe, vielfach dauern die Anrufe bei den Opfern so lange an, bis alle Geldanlagen aufgelöst und sämtliche Vermögenswerte den Betrügern ausgehändigt sind. „Die Täter lassen über Monate nicht locker, bis wirklich nichts mehr zu holen ist und die Opfer teilweise zum Sozialamt gehen müssen“, berichtet Karin Peglau, Kriminalhauptkommissarin und Leiterin des des Kommissariats Kriminalprävention und Opferschutz bei der Kreispolizei in Mettmann.

Die Opfer seien hinterher schwerst traumatisiert und zeigten die gleichen Symptome wie nach einer Geiselnahme oder gar Entführung.

Die Zahlen sind erschreckend: Im Kreis Mettmann verzeichnete die Polizei von Oktober bis Weihnachten letzten Jahres 60 dieser Fälle, die Dunkelziffer dürfte deutlich darüber liegen. Bei insgesamt 8.000 Trickbetrugsfällen in Nordrhein-Westfalen entstanden im vorletzten Jahr rund neun Millionen Euro Schaden.

Dringender Rat von Polizei und Kreissparkasse: Sprechen Sie mit Ihren Nachbarn, informieren Sie Ihre Angehörigen über diese neue Betrugsmasche. Gerade, weil den Opfern mit Nachdruck gesagt wird, sich niemandem zu offenbaren, ist sie so perfide – und leider effizient.

Einige Tipps, die helfen sollen, den Betrügern nicht auf den Leim zu gehen: Die Polizei ruft NIEMALS unter der Notrufnummer 110 an. Legen Sie auf und informieren Sie Ihre örtliche Polizei unter der Ihnen bekannten 110. Geben Sie unbekannten Personen keinerlei Auskünfte über Ihre Vermögenssituation.

Übergeben Sie Unbekannten niemals Geld oder Wertsachen, auch nicht an Boten oder angebliche Mitarbeiter der Polizei, Staatsanwaltschaft oder Banken/Sparkassen. Versuchen Sie auf keinen Fall, auf eigene Faust Sherlock Holmes zu spielen – schalten Sie unbedingt Ihre Polizei ein.

Anzeige